Heiko Westermann hat auf der offiziellen Vereinsseite des HSV seine Entscheidung dargelegt, die Kapitänsbinde abzulegen. Er wolle sich nur noch auf seine Leistung auf dem Platz konzentrieren und sich nicht von Nebenkriegsschauplätzen ablenken lassen.
"Die ausschlaggebenden Punkte waren die herben Niederlagen und sich dazu äußern zu müssen. Egal, was man nach dem Spiel sagt, es ist sowieso alles schlecht. Ich bin nicht der Typ dazu", gab Westermann zu.
Der 29-Jährige nannte auch die Kritik an seiner Person als Grund für seinen Verzicht auf die Binde: "Es kam so rüber, als wenn ich an allem Schuld wäre. Da habe ich mir selber gesagt, ich lass mich hier nicht als Sündenbock darstellen. Ich habe für den Verein immer alles gegeben. Das sehe ich nicht ein."
Westermann selbst hätte mit der Entscheidung "kein Problem" gehabt. Er habe mit Trainer Thorsten Fink eine Woche vor seiner Entscheidung darüber gesprochen. Auch sein Nachfolger Rafael van der Vaart sei involviert gewesen. "Rafa hat kein Problem damit Kapitän zu sein - er war es sogar schon einmal", so Westermann.
Westermann trauert Europa League nach
Mit Platz sieben des HSV in der abgelaufenen Saison ist der Nationalspieler nicht unzufrieden, schließlich sei ein einstelliger Platz das Saisonziel gewesen. Dennoch wiege auch Enttäuschung mit, da ein Europapokalplatz lange im Bereich des Möglichen war. Vor allem die Punktverluste zu Hause gegen die direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt und SC Freiburg sowie gegen Fürth und Augsburg seien schuld am Verpassen der Europa League, so Westermann: "Dort haben wir nicht gewonnen, und dann hat man es am Ende auch nicht verdient, in die Europa League einzuziehen."
Heiko Westermann spielt seit 2010 für den HSV. In der abgelaufenen Spielzeit kam der Defensivmann in allen Partien zum Einsatz. Dabei gelangen ihm drei Tore und zwei Torvorlagen.
Autor: Martin Jahns
