Erst zitterte Betty Heidler nach skandalösem Messfehler um Bronze, dann wurde aber nachgemessen und sie durfte doch jubeln. Danach ging es Schlag auf Schlag: Die starken Björn Otto und Raphael Holzdeppe holten Silber und Bronze, dann war auch Helena Fromm erfolgreich.
Betty Heidlers fünfter Versuch im Hammerwerfen war weit geflogen und deutlich für jedermann im Londoner Olympiastadion knapp unter der 77,56 Meter-Marke der zu diesem Zeitpunkt Führenden liegen geblieben. Angezeigt wurden aber nur 72,34 Meter. Ein Computerfehler, die korrekte Messung war nicht ins System übernommen worden. Ein faustdicker Skandal, der Heidler fast die hochverdiente Medaille gekostet hätte.
Denn nachgemessen wurde zunächst nicht, da sofort die nächste Werferin an den Abwurf gegangen war. Heidler bekam großzügig einen Wiederholungswurf zugestanden. Den konnte sie aber nicht nutzen, um ihren aberkannten Superwurf zu wiederholen.
Erst nach langen Protesten packten die Kampfrichter nach Beendigung der Konkurrenz noch einmal das Maßband aus und maßen per Hand nach. Und diesmal passte alles, die Messung ergab 77,13 Metern. Betty Heidlers Anspannung entlud sich in einem breiten Lächeln, sie bekam doch noch die Bronzemedaille hinter Olympiasiegerin Tatyana Lysenko aus Russland Polin Anita Wlodarczyk.
Otto und Holzdeppe holen Silber und Bronze
Happy End für Heidler und auch für die deutschen Stabhochspringer. Während Malte Mohr nach übersprungenen 5,50 Metern bereits bei 5,75 aus dem Rennen war, kämpften Björn Otto und Raphael Holzdeppe bis zum Ende um Gold mit, mussten allerdings letztlich dem Franzosen Renaud Lavillenie (5,97 Meter, Olympischer Rekord) den Vortritt lassen.
Mit 5,91 Metern blieb Otto nur einen Zentimeter unter seiner persönlichen Bestleistung, Holzdeppe steigerte diese gleich um neun Zentimeter. Otto bekam Silber, sein Teamkollege wegen der höheren Zahl an Fehlversuchen Bronze. Damit tat es Holzdeppe seinem Trainer Andrej Tiwontschik gleich, der 1996 in Atlanta ebenfalls Bronze gewonnen hatte, womit er bis London letzter deutscher Edelmetallgewinnen im Stabhochsprung war. Mit den drei Medaillen des Tages verachtfachte das deutsche Leichtathletik- Team seine Ausbeute im Vergleich zu Peking.
Fromm sorgt für den bronzenen Abschluss
Für den krönenden Abschluss des Tages sorgte Helena Fromm mit der Bronzemedaille im Taekwondo. Die nach einer Niederlage gegen Peking-Olympiasiegerin Hwang Kyung Seon aus Südkorea durch die Hoffnungsrunde in das Match um Platz drei gekommene 25-Jährige schlug dort die Australierin Carmen Marton mit 8:2. Für Deutschland ist es die zweite Medaille im Taekwondo seit der olympischen Premiere vor zwölf Jahren. In Sydney 2000 hatte der Frankfurter Faissal Ebnoutalib Silber gewonnen.
