Was ist denn da in Wolfsburg los? Offenbar wackelt die bereits fast feststehende Verpflichtung von Bernd Schuster doch noch. Klaus Allofs verhandelte bereits mit Dieter Hecking und sogar der Ex-Schalker Huub Steven soll bei den Niedersachsen gehandelt werden.
"Es gab zielführende Gespräche, die wir nun fortsetzen werden. Ich bin sehr zuversichtlich", bestätigte Hecking dem kicker Verhandlungen mit Klaus Allofs. "Ich kann bestätigen, dass Dieter Hecking und Klaus Allofs mich vor einigen Tagen informiert haben, dass sie Gespräche über einen Wechsel nach Wolfsburg führen. Es besteht beidseitiges Interesse an einer Zusammenarbeit", hatte zuvor Nürnbergs Manager Martin Bader der Bild am Sonntag erklärt.
So ganz einfach wollen die Nürnberger ihren Coach, der einen bis 2014 datierten Vertrag mit angebliche Austiegsklausel besitzt, aber nicht ziehen lassen. "Ich werde um Hecking kämpfen und alles versuchen, um ihn zum Bleiben zu überreden", sagte Bader dem kicker. Hecking, der als grundsolider Arbeiter gilt, ist seit 2009 Trainer in Nürnberg, wo er trotz bescheidener Mittel beachtliche Resultate erzielte.
Vertrauen in Schuster nicht besonders groß
Zuvor waren die bereits weit fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem eigentlichen Wunschtrainer Bernd Schuster offenbar erheblich ins Stocken geraten sein. Angeblich haben sich beide Seiten weder über eine Erfolgsprämie, noch in der Frage, wer Schuster denn als Assistenzcoach zur Seite stehen soll, einig werden können. Offenbar waren Schusters Forderungen zu hoch.
Ohnehin schien das Vertrauen in Schuster nicht allzu groß zu sein. Ihm wurde, Berichten zufolge, eine Erfolgsklausel in den Vertragsentwurf eingebaut, nachdem sich sein Vertrag nur verlängert hätte, wenn er den VfL Wolfsburg 2014 in die Europa League geführt hätte - eine eher unübliche Vertragsklausel.
Für Hecking wäre eine Ablöse fällig
"Wir machen nur das, was wir auch verantworten können", hatte Allofs schon vor einigen Tagen deutlich gemacht. Das Gesamtpaket Hecking dürfte aber nur unwesentlich billiger werden: Für den erfahrenen Übungsleiter dürfte eine Ablösesumme im siebenstelligen Bereich fällig werden, zumal wird der 48-Jährige sein Gehalt wohl verdoppeln - in Nürnberg soll Hecking rund 900.000 Euro verdienen. Geld ist allerdings nicht der einzige Anreiz für den gebürtigen Castrop-Rauxeler: Heckings Familie lebt in der Nähe von Wolfsburg.
Am Samstag war Hecking seit genau drei Jahren als Nürnberger Trainer im Amt. "Es war bisher eine intensive Zeit, die fast nur erfolgreich verlief. Das spricht für die gute Zusammenarbeit mit allen Kollegen", hatte er im September anlässlich seines 1000. Tages im Amt gesagt. In 112 Bundesliga-Spielen saß er beim "Club" auf der Trainerbank - das Erreichen des Vereinsrekords von Heinz Höher (119) steht nun in Frage.
Auch Huub Stevens auf der Liste
Laut welt.de soll aber nicht nur Hecking bei den Wolfsburgern in den Mittelpunkt des Interesses gerückt sein, auch der bei Schalke erst kürzlich entlassene Huub Stevens scheint in der engeren Wahl zu sein. Nach kicker-Informationen wurden zudem auch Thomas Schaaf und Thomas Tuchel kontaktiert.
