Die beiden Clubs trennen Millionen an Spielergehältern, doch das hielt die sportliche Leitung von St. Patrick's Athletic nicht davon ab, vor der Partie der dritten Runde der Europa-League-Quali intensives Scouting über Hannover 96 zu betreiben. Mit am Ende mäßigem Erfolg.
Das 3:0 (1:0) im Tallaght Stadium zu Dublin sah vor allem einen erfolgreichen Rückkehrer namens Leon Andreasen, der bereits nach sechs Minuten zuschlagen konnte.
Christian Pander, der einen Freistoß direkt im gegnerischen Tor unterbrachte (67.) und Didier Ya Konan (80.) machten vor 5500 Zuschauern den Einzug in die Qualifikations-Playoffs fast perfekt. "Heute ist ein sehr guter Tag für mich", freute sich Andreasen nach seinem ersten Auftritt für die Hannover seit dem 4. April 2010 über Tor und Auswärtserfolg.
Ob der Saints-Chefscout Dave Campbell den ersten Torschützen der Niedersachsen im Stadion des Ligarivalen Shamrock Rovers auf der Rechnung gehabt hatte, sollte nach Schlusspfiff unklar bleiben. Schließlich hatte Andreasen nach seinem letzten Bundesliga-Auftritt für 96 gegen den HSV vor guten zwei Jahren zahlreiche Zwangspausen wegen Verletzungen einlegen müssen.
Nach dem Treffer erstmal Gang zurück
Nach Andreasen Glanzschuss mitten ins irische Herz, zeigten die Hannoveraner vorerst Gutmütigkeit und ließen die Gastgeber mitspielen. Zumindest bewahrheitete sich in dieser Phase auch die Voraussage von Campbell gegenüber dem Dublin Herald: "Wir können mit ihnen physisch mithalten, schließlich sind wir mitten in der Saison und sie in der Vorbereitung", hatte der ehemalige Spieler und jetzige Scout dem herald.ie ins Notizbuch diktiert.
Kurz nach Wiederanpfiff zeigte sich schließlich, dass Liam Buckleys Truppe nicht nur mithalten, sondern die Gegner aus Deutschland auch in Bedrängnis bringen konnte. So musste Lars Stindl in der 49. Minute für den nach einer Ecke von Sean O'Connor schon geschlagenen Ron Robert Zieler retten - Christy Fagan traf Stindl, im Nachfassen hielt Zieler.
Keine acht Minuten später sorgte James Chambers für erneute Schocksekunden für Hannovers Hintermannschaft, doch dieses Mal entschärfte Zieler den Schuss aus 15 Metern. So sollte sich eine zweite Aussage Campbells, dessen Onkel Noel sieben Jahre beim 1. FC Köln gespielt hatte, sich ebenfalls fast bewahrheiten. "Wir könnten sie überraschen", hatte der Scout bereits vor Anpfiff prophezeit.
Am Ende blieb das Überraschungsmoment aus: Panders Freistoß sorgte in der 67. Minute wieder für klare Verhältnisse und aufatmen auf Seiten der Hannover, die durch Ya Konan noch erhöhten und somit kaum Schwierigkeiten haben dürften, die Playoffs nach dem Rückspiel am 9. August zu erreichen.



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