Das Nordduell der Bundesliga zwischen Hannover 96 und dem Hamburger SV steht dieses Mal ganz im Zeichen der Qualifikation für das internationale Geschäft. Druck dürften dabei vor allem die Gastgeber verspüren.
Am vergangenen Spieltag kassierten die Hannoveraner beim Auswärtsspiel in Nürnberg in der Nachspielzeit noch den Ausgleichstreffer und verloren zwei wichtige Punkte. Damit hat das Team von Mirko Slomka nun vier Punkte Rückstand auf den HSV, der nach dem 1:0-Sieg gegen Mönchengladbach am letzten Wochenende erstmals in dieser Saison auf einen Europa-League-Platz kletterte.
Doppelbelastung für Hannover 96
Viel Zeit zur Vorbereitung auf diese wichtige Partie wird Hannover wieder einmal nicht bleiben. Zwischen dem Europa-League-Spiel gegen Anzhi Makhachkala am Donnerstag und dem Anpfiff am Samstag liegen nicht einmal 48 Stunden. Ein ähnliches Problem hatten die Hannoveraner bereits in der vergangenen Woche, als das Europa-League-Hinspiel in Russland auf dem Programm stand. Da wirkte die Mannschaft beim Spiel in Nürnberg drei Tage später stellenweise müde und unkonzentriert.
Trotzdem kündigte Trainer Mirko Slomka an, weder in der Bundesliga, noch in der Europa League Kräfte zu sparen oder zu rotieren. "Dafür ist das Spiel nicht geeignet. Da muss man alles aufbieten, was man hat. Und ich bin ganz sicher, dass wir auch gegen den HSV wieder eine Mannschaft auf den Platz stellen können, die die absolute A-Elf ist", so Slomka.
HSV gut in Form
Die Gäste aus Hamburg erleben momentan wohl ihre stärkste Saisonphase. In der Rückrundentabelle steht das Team von Thorsten Fink hinter dem FC Bayern und Borussia Dortmund auf Platz drei. Nachdem der Verein zu Saisonbeginn teilweise noch als Abstiegskandidat gehandelt wurde, liegt man jetzt nur noch drei Punkte hinter dem Qualifikationsplatz für die Champions League.
"Wir haben in den letzten beiden Partien viel Selbstvertrauen getankt und werden versuchen, genau so frech zu spielen wie zuletzt. Wir müssen dieselbe Ausstrahlung zeigen wie gegen Dortmund und Gladbach, dann können wir auch Hannover beeindrucken", wird Thorsten Fink auf der Homepage des HSV zitiert. Doch der HSV-Trainer ist gewarnt. Hannover 96 hat in der heimischen Arena seit November 2012 kein Bundesligaspiel mehr verloren.
Pocognoli kehrt bei Hannover 96 zurück
Personell können die Gastgeber wieder auf Sebastien Pocognoli zurückgreifen. Der Winterneuzugang war bei seinem Debüt für die Hannoveraner gegen den VfL Wolfsburg nur 34 Minuten auf dem Platz, danach sah er die Rote Karte. Nun ist seine Sperre abgelaufen und der Belgier dürfte in die Startelf zurückkehren. Trotzdem bleibt die Situation in der Defensive weiter angespannt. Felipe, Mario Eggimann und Steven Cherundolo fehlen den Niedersachsen weiterhin verletzt.
Beim HSV wird Stammtorhüter Rene Adler nach überstandener Bauchmuskelzerrung wieder in die Startelf rücken. Auch Verteidiger Slobodan Rajkovic ist für das Spiel wieder fit. Er war zu Beginn der Woche mit einer Knieprellung ausgefallen, trainiert seit Mittwoch aber wieder mit. Er dürfte erneut Jeffrey Bruma in der Innenverteidigung vertreten. Der Niederländer ist nach seinem Platzverweis gegen Borussia Dortmund vor zwei Wochen noch immer gesperrt.
Ruben Zimmermann
