Martin Heuberger stand nach der Niederlage gegen Tunesien unter Druck. Doch nur ein paar Tage später, nach einem Sieg gegen Frankreich und dem klaren Erfolg gegen Mazedonien im Achtelfinale der Handball-WM gehört die DHB-Auswahl zu den acht besten Teams der Welt.
Mit dem Sieg gegen Frankreich hatte sich die DHB-Auswahl viel Selbstvertrauen geholt, war trotzdem der Wunschgegner von Mazedonien, das sich im letzten Gruppenspiel eine scheinbar absichtliche Niederlage eingefangen hatte, um den Franzosen zu entgehen. Dem Team von Martin Heuberger war dies natürlich völlig egal und so ging es munter los.
Mazedonien bekam in den ersten Minuten überhaupt keinen Fuß in die Halle, blieb sieben Minuten ohne eigenen Treffer. Silvio Heinevetter war von Beginn an hellwach, zeigte auch gegen Kiril Lazarov gute Paraden und begünstigte damit die 4:0-Führung nach sechs Minuten. Oliver Roggisch, Patrick Wiencek, Kevin Schmidt und Steffen Weinhold hatten getroffen.
DHB-Auswahl sehr variabel im Angriff
Man merkte der DHB-Auswahl die breite Brust an. Die Defensive, die zuvor von Heiner Brand außerordentlich gelobt worden war, stand sicher, in der Offensive gab es viel Bewegung, die Außen liefen regelmäßig ein und Wiencek riss viele Lücken am Kreis. Filip Mirkulovski gelang dann der erste Treffer für Mazedonien (7.).
Auch, wenn die DHB-Auswahl einige wilde Würfe nahm, der Vorsprung blieb konstant. Das lag an Heinevetter und der sehr ausrechenbaren Offensive des Gegners. Zudem zeigte sich, dass eine Unterzahl nicht unbedingt ein Handicap für die Truppe von Heuberger ist. Roggisch und Patrick Groetzki saßen zwischenzeitlich auf der Bank, zur Pause stand es dennoch 13:9 für Deutschland.
Und es ging gut weiter: Wiencek traf am Kreis zum 14:9, Stojanche Stoilov bekam die Zeitstrafe und Kneer machte das 15:10 mit einem schönen Wurf aus dem Rückraum. Mazedonien stellte auf eine 5:1-Abwehr um, doch Haaß und Kneer kamen weiter zu einfachen Toren. Mazedonien blieb auch im zweiten Durchgang sehr eindimensional im Kreieren von Chancen.
DHB-Team übersteht kritische Phase
Dennoch leistete sich dann auch die DHB-Auswahl eine schwache Phase, ließ viele Chancen, darunter auch einen Siebenmeter, aus und kassierte eine Zeitstrafe gegen Weinhold. Aus einem 18:13 wurde ein 18:16 und nach einer Durststrecke von knapp fünf Minuten trafen Tobias Reichmann und Schmidt zum 21:16 (45.).
Mazedonien hatte es in dieser Phase verpasst, die Wende im Spiel einzuleiten. Heinevetter hielt beim 18:16 einen Gegenstoß, danach kam die DHB-Auswahl zu einem 3:0-Lauf und nicht mehr ernsthaft in Bedrängnis. Das Match war entschieden und mit einem deutlichen und hochverdienten 28:23 steht die DHB-Auswahl im Viertelfinale der Handball-WM.
