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Von: Gunnar Beuth
Datum: 11. Januar 2013, 09:34 Uhr
Format: Artikel
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Handball-WM 2013 in Spanien: Der Favoriten-Check bei sportal.de

Handball,Frankreich,WM in Spanien
Die Handball-Mannschaft aus Frankreich gilt bei der WM 2013 als Favorit

Schon wieder eine Handball-Weltmeisterschaft? Waren nicht letztes Jahr schon zwei Großereignisse? Das stimmt, allerdings kommen die Handballer jedes Jahr zusammen, um die stärkste Mannschaft zu küren. sportal.de kennt die Favoriten bei der WM in Spanien.

Dabei suchten die Handballer im letzten Jahr den Europameister (Dänemark) sowie den Olympiasieger (Frankreich). Und Mannschaften außerhalb Europas sind dabei komplett chancenlos, gelten nur als Füllstoff der einzelnen Gruppen. Dies soll keineswegs eine despektierliche Aussage sein, ist die traurige Wahrheit.

Argentinien schaffte es bei der WM 2011 immerhin auf Platz zwölf, zwei Jahre zuvor nahm Südkorea diesen Platz ein. Beide Teams duellierten sich 2007 um Platz 15. Geht es nun darum, sich im Vorfeld eines Turniers die Favoriten anzusehen, kann man die Einschätzung der Vorjahre ohne Probleme erneut verwenden - der Kreis ist eng.

Natürlich gibt es immer das eine oder andere Team, das sich aus dem erlauchten Kreis der Anwärter auf einen Titel verabschiedet. Hallo Deutschland - heißt es hier, denn nach dem Titel 2007 ging es bergab mit der DHB-Auswahl. In diesem Jahr reist Martin Heuberger mit einer jungen Truppe nach Spanien, die im Vergleich zu den Übersee-Teams das Achtelfinale aber ohne Probleme erreichen kann.

WM 2013 in Spanien ohne Hauptrunde

Allerdings gibt es bei der Weltmeisterschaft 2013 eine Neuerung, die schwächeren Teams entgegenkommen kann. Denn es gibt keine Hauptrunde mehr, die Gruppenphase geht in ein Achtelfinale über. In den Jahren zuvor nahm man die Minuspunkte aus der Gruppe mit in die Hauptrunde, hatte zum Teil keine Chance mehr, überhaupt die KO-Runde zu erreichen.

Als Beispiel: Sollte Deutschland die ersten beiden Spiele gegen Brasilien und Tunesien gewinnen, stünde sie wahrscheinlich schon als Vierter der Gruppe im Achtelfinale. Bei entsprechendem Losglück wäre auch der Einzug ins Viertelfinale möglich, etwaige Minuspunkte wären Makulatur. Denn auch im Handball geht es bekanntlich um die Tagesform.

Dennoch gibt es natürlich Teams, die im Vorfeld der Handball Weltmeisterschaft 2013 in Spanien den Stempel des Favoriten aufgedrückt bekommen haben oder ihn sich selber geben - große Überraschungen sind nicht dabei Zu den ersten Anwärtern auf den Titel gehören Frankreich, Gastgeber Spanien, Kroatien, Dänemark und mit Abstrichen auch Ungarn und Serbien.

Frankreich: Ein Handball-Team ohne Schwächen

Die Franzosen haben die letzten beiden Weltmeisterschaften gewonnen, können als erstes Team der Geschichte den Hattrick schaffen. Von Abnutzungserscheinungen fehlt jede Spur. "Wir können nicht genug bekommen, wir sind immer hungrig nach noch mehr Titeln", erklärte Torhüter Thierry Omeyer bei diepresse.com. Coach Claude Onesta hat wie immer eine starke Truppe nominiert.

Einzig Bertrand und Guillaume Gille sind im Vergleich zum Kader, der die Olympischen Spiele 2012 gewann, nicht mehr dabei. Spieler wie Jerome Fernandez, Didier Dinart, Daniel Narcisse (Welthandballer 2012), Nikola Karabatic oder Sprungwunder Luc Abalo sind nicht nur Kennern der Szene ein Begriff und stehen für allerhöchste Qualität.

Im Gegensatz zu den Deutschen haben die Les Bleus ohne Probleme eine neue Generation starker Spieler in ihre Reihen integriert. Neben Mathieu Grebille sind das besonders die beiden Shooter Xavier Barachet sowie William Accambray, die ebenfalls den Unterschied ausmachen können. Klar ist, der Weg geht wie immer nur über Frankreich, das Team hat keinerlei erkennbare Schwächen.

Spanien: Handball-Titel bei der Heim-WM?

"Das wird ein beinhartes Turnier, die Gegner sind wirklich stark", erklärte Omeyer weiter und meint in erster Linie Spanien. Der Heimvorteil war schon für die Serben bei der Heim-EM ein klarer Vorteil und die Spanier haben im Grundsatz ein wesentlich besser besetztes Team. 2011 reicht es noch zu Platz drei, vor den eigenen Fans soll nun der große Wurf folgen.

Kreisläufer Julen Aguinagalde ist dabei einer der Schlüsselspieler im Team der Gastgeber. Bei den Olympischen Spielen ins All Star-Team gewählt, schaffte er es bei der Wahl zum Welthandballer 2012 auf Platz drei. Fehlen wird Raúl Entrerríos, der sich den Mittelhandknochen gebrochen hat und nicht mehr rechtzeitig fit wurde. Auch Jose Hombrados und Cristian Ugalde sind nicht dabei.

Dafür steht der mit 36 Jahren sehr erfahrene Alberto Entrerríos wieder im Kader und fungiert als Kapitän. In der Abwehr verlassen sich die Spanier auf Viran Morros, der als einer der besten Abwehrspieler der Welt gilt und viele Gegenstöße über die schnellen Außen einleitet. Sollte ein Ball durchkommen, steht mit Arpad Sterbik eine fast unüberwindbare Zwei-Meter-Wand im Tor. Bei den Buchmachern sind die Spanier Titelkandidat Nummer eins.

Kroatien: Ohne Ivano Balic zum WM-Titel?

Trainer Slavko Goluza hatte im Vorfeld für einen Paukenschlag gesorgt, als er Spielmacher Ivano Balic nicht nominierte. "Ich habe nicht mit ihm gesprochen, aber er kennt die Entscheidung. Ich habe mich dazu entschlossen als ich das Spiel zwischen Atletic und Barcelona gesehen habe. Ich möchte Vukovic als Ersatz für Duvnjak auf dieser Position testen", sagte Goluza auf hrsport.de.

Domagoj Duvnjak vom HSV ist einer der kommenden Stars in der Handballszene und mit seinen 24 Jahren schon jetzt die Lebensversicherung des HSV Handball. Um ihn herum verfügen die Kroaten über ein starkes Kollektiv, das lediglich zwei fünfte Plätze als schlechteste Ergebnisse bei den letzten 13 Großereignissen zu verkraften hatte.

Der WM-Titel 2003 sowie Gold bei den Olympischen Spielen 2004 waren die größten Erfolge. "Kroatien hat zwar Veränderungen im Kader zu verzeichnen, trotzdem traue ich diesen überragenden Kämpfern einiges zu", sagte Gudmundur Gudmundsson bei Sport 1. Gerade in dem neuen Modus kann Kroatien seine Stärken ausspielen und doch noch auf Kreisläufer Igor Vori bauen, der sich blind mit Duvnjak versteht.

Dänemark: Zu viele Ausfälle beim EM-Sieger?

"Die sind in der Breite sehr gut aufgestellt", analysierte Heuberger bei n24.de den EM-Sieger von 2008 und 2012, der bei der vergangenen WM nur denkbar knapp im Finale den Franzosen unterlag. Bei fast allen Trainern der Handball-Bundesliga stehen die Dänen hoch im Kurs, müssen allerdings auf Kreisspieler Michael Knudsen, Spielmacher Thomas Mogensen und Abwehrchef Kasper Nielsen verzichten.

Doch auch ohne die beiden Profis der SG Flensburg-Handewitt sowie Nielsen haben die Dänen einen starken Kader, alle Spieler sind in europäischen Top-Ligen beheimatet. Der WM-Zweite spielt sehr variabel und verfügt über starke Außen. Hans Lindberg und Anders Eggert bilden eine starke Flügelzange, im Rückraum ist es Mikkel Hansen, der den Ton angibt.

Aber auch Nikolaj Markussen sowie die Youngstars Rasmus Lauge Schmidt und Mads Mensah Larsen wollen sich in den Vordergrund spielen. Im Tor steht mit Niklas Landin ein junger Keeper, der mit 24 Jahren schon an die Tür zur Weltklasse kratzt. Dänemark hat sicherlich das Zeug für den Titel, doch wie die Ausfälle kompensiert werden können, wird sich zeigen.

Ungarn und Serbien: Geheimfavoriten bei der Handball-WM

Die Ungarn haben mit Laszlo Nagy und Gabor Csaszar zwei überragende Akteure in ihren Reihen und es bei der EM in Serbien geschafft, die Franzosen zu besiegen. Die Serben lebten bei der EM im eigenen Land natürlich von der enormen Unterstützung der Fans und sicherten sich den zweiten Platz. Keeper Darko Stanic sowie die Rückraumspieler Momir Ilic und Marko Vujin stehen für Qualität.

Beide Teams können in Spanien durchaus überraschen und werden sicherlich das Achtelfinale erreichen. Wie bei der DHB-Auswahl, profitieren die Mannschaften von der neu eingeführten KO-Runde und dürfen als Geheimfavoriten bezeichnet werden. Die Chancen auf den Titel sind gering, doch auch im Handball soll es hie und da Überraschungen geben.