Über Hamburg strahlte nicht nur die Sonne, auch die deutschen Tennisprofis durften am Hamburger Rothenbaum jubeln. Tommy Haas und Florian Mayer schickten ihre Auftaktgegner ebenso wie Philipp Kohlschreiber und Julian Reister, der sich überraschend gegen Fernando Verdasco durchsetzte, nach Hause.
"Es ist ein sehr schönes Gefühl, hier wieder auf dem Platz zu stehen und dann zu gewinnen", resümierte Tommy Haas zufrieden, nachdem er auf dem Centre Court am Hamburger Rothenbaum nach sechsjähriger Abstinenz ein erfolgreiches Comeback in seiner Geburtstadt gegeben hatte.
In seinem Erstrundenmatch hatte Haas dem Slowaken Martin Klizan beim 6:2, 6:1 nicht den Hauch einer Chance gelassen und steht im Achtelfinale, wo er sich allerdings mit Titelverteidiger Gilles Simon wird messen müssen.
Hochkonzentriert ging Haas zu Werke, ließ mit druckvollem und variablem Spiel seinen Gegner Klizan kaum zur Entfaltung kommen. Knapp 40 Minuten dauerte es, bis Haas dann auch verdient den ersten Durchgang zu seinen Gunsten entschieden hatte.
Mit einem frühen Break zum 2:0 sorgte Haas, wie so oft die Schildmütze nach hinten gedreht, im zweiten Satz für die Vorentscheidung, ehe er nach nur 1:08 Stunden und unter dem Jubel seiner Verlobten Sara Foster den ungefährdeten Sieg unter Dach und Fach brachte.
"Es ist sehr schön, dass meine Familie hier ist", freute sich Haas, der seine oft von Verletzungspausen unterbrochene Karriere noch "ein paar Monate oder Jahre" verlängern könnte. "Dass es jetzt in den letzten Monaten so gut läuft, ist mir selbst ein Rätsel", analysierte der Turniersieger von Halle.
Mayer mit Mühe weiter
Auch die anderen deutschen Spieler sorgten für strahlende Gesichter bei Turnierdirektor Michael Stich. Florian Mayer hatte gegen den argentinischen Qualifikanten Horacio Zeballos zwar mehr Mühe als erwartet, setzte sich am Ende aber doch mit 7:6, 7:5 durch und steht ebenfalls im Achtelfinale. Dort trifft er nun auf den Niederländer Robin Haase, der den Dachauer Matthias Bachinger ausgeschaltet hatte.
"Ich denke, dass ich mich steigern muss, um eine reelle Siegchance zu haben", sagte Mayer und spielte damit auf das vor allem im ersten Satz sehr holprige Spiel an, als er eine 3:0-Führung nicht hatte halten können und sich erst im Tiebreak mit seinem vierten Satzball durchsetzte. "Ich habe es mir selbst ein bisschen schwer gemacht", gestand Mayer, der aber vom neuen "Selbstvertrauen aus Wimbledon" profitierte.
Auch Philipp Kohlschreiber steht im Achtelfinale. Der 28-Jährige setzte sich in einem deutschen Erstrundenduell gegen Björn Phau aus Weilerswist mit 4:6, 6:2, 6:3 durch und trifft nun auf den Italiener Fabio Fognini.
Reister mit starker Leistung gegen Verdasco
Besonders stark war allerdings der Auftritt von Lokalmatador Julian Reister. Der Weltranglisten-483. aus Reinbek, der wegen einer Schulterverletzung monatelang pausiert hatte, warf den an Nummer fünf gesetzten Spanier Fernando Verdasco mit 6:2, 6:3 aus dem Wettbewerb. "Das ist einer meiner emotionalsten Siege überhaupt", sagte Reister.
Im Achtelfinale bekommt es der Wildcard-Starter mit dem Franzosen Jeremy Chardy zu tun. Ausgeschieden ist dagegen leider Cedric-Marcel Stebe. Der Davis-Cup-Spieler unterlag dem Argentinier Juan Monaco trotz einer 5:3-Führung im letzten Satz noch mit 4:6, 6:3, 5:7. Ebenfalls raus ist Tobias Kamke, der dem an Nummer eins gesetzten Nicolas Almagro in zwei Sätzen mit 4:6, 1:6 unterlag.
