Sechs Jahre war Tommy Haas nicht am Hamburger Rothenbaum gewesen und so schnell will er den Centre Court dort auch nicht wieder verlassen. Im Achtelfinale schaltete er Titelverteidiger Gilles Simon aus und trifft im Viertelfinale nun auf Florian Mayer.
"Hier habe ich als Kind meine ersten Spiele gesehen, hier habe ich mich entschieden, Tennisprofi zu werden - jetzt hier zwei Matches gewonnen zu haben, ist etwas ganz Besonderes", verkündete der sichtlich bewegte Haas, nachdem er nach 2:06 Stunden seinen ersten Matchball zum 4:6, 6:3, 6:4-Sieg über Simon verwandelt hatte.
Zunächst hatte es aber nicht nach einem Erfolg des Deutschen ausgesehen, denn Haas hatte einen katastrophalen Start in das Match erwischt. Gleich sein allererstes Aufschlagspiel musste er nach vier leichten Fehlern zu Null abgeben. Bis zum Ende des ersten Satzes lief er diesem Rückstand hinterher. Das erhoffte Rebreak gelang ihm dank zu vieler Vorhand-Fehler nicht.
Das Match drehte sich erst zu Beginn des zweiten Satzes. Der bis dato sehr souverän agierende Simon wackelte auf einmal beim Aufschlag und musste nun seinerseits dem Break hinterherlaufen. Zwar gelang ihm das schnelle Rebreak zum 2:2-Ausgleich, doch Haas war mittlerweile deutlich besser in der Partie angekommen. Angetrieben von den begeisternden Fans legte er noch eine Schippe drauf und durfte sich nach 79 Minuten über den Satzausgleich freuen.
Im finalen Durchgang breakte der nun furios aufspielende 34-Jährige seinen zunehmend hadernden Rivalen zum 5:4 - der Rest war Formsache für den nervenstarken Routinier. Nach dem Matchball reckte Haas seinen Schläger in die Höhe und ließ sich von ihnen mit einer La-Ola-Welle feiern. "Vielen Dank für die Unterstützung", rief Haas den Fans zu. "Ich fühle mich ausgezeichnet."
Mayer im Eiltempo gegen Haase
Ausgezeichnet trifft auch auf die Vorstellung von Florian Mayer zu, der im Viertelfinale der nächste Gegner von Tommy Haas sein wird. Der Bayreuther hatte gegen Robin Haase wenig Mühe und brauchte gerade einmal 56 Minuten, ehe er den Niederländer glatt mit 6:2, 6:1 geschlagen hatte.
Nach seinem Sieg im Eiltempo brennt Mayer nun auf das Prestigeduell mit seinem Davis Cup-Kollegen. "Das wird ein tolles Match", blickte Mayer schon auf die kommende Aufgabe voraus.
Am Donnerstag haben dann Philipp Kohlschreiber (gegen den Italiener Fabio Fognini) und der Hamburger Lokalmatador Julian Reister (gegen den Franzosen Jeremy Chardy) ebenfalls die Chance, das Viertelfinal-Ticket zu buchen.
