Tommy Haas spielte variabel, hatte immer die richtige Lösung parat und ließ den nach eigener Aussage "peinlich" spielenden Florian Mayer im Viertelfinale an "seinem" Rothenbaum nie ins Match finden und verwandelte nach 72 Minuten seinen ersten Matchball.
Ein Sieg beim ATP Turnier in seiner Geburtstadt Hamburg wäre der große Traum von Tommy Haas. In seiner langen Karriere war ihm dies allerdings noch nicht vergönnt. Das Halbfinale vor 15 Jahren war bislang das beste Ergebnis, das Haas am Rothenbaum erzielen konnte.
Dieses Resultat hat er mittlerweile egalisiert der 34-Jährige zog nach einem lockeren 6:1, 6:4-Sieg im Eiltempo über Florian Mayer in die Vorschlussrunde ein. Sehr zur Freude der 5500 Fans auf dem Centre Court, die Haas in diesem Jahr zum unumstrittenen Publikumsliebling erklärt hatten und seinen Erfolg frenetisch bejubelten.
Die Ovationen hatte sich Haas aber auch redlich verdient. "Ich bin selber noch sprachlos, wie gut und konstant ich heute gespielt habe", klopfte sich Haas auf die Schulter. In der Tat spielte er variabel, fand immer die richtige Antwort auf die Schläge seines Gegners und nutzte eiskalt seine Chancen aus - allerdings auch gegen einen schwachen Mayer, der seine Leistung treffend auf den Punkt brachte: "Das war peinlich, das ist mir bewusst. Das war unterirdisch."
Mayer nutzt Breakchance nicht, Haas zieht davon
Der zweite Satz schien zunächst in eine andere Richtung zu laufen. Der bis dahin ziemlich lethargisch aufgetretene Mayer hatte sein Service gewonnen und zwei Breakbälle zum 2:0 gehabt, konnte diese aber nicht nutzen. Doch Haas befreite sich in beeindruckender Manier aus der bedrohlichen Situation, zwang Mayer zu Fehlern und spielte selbst gefährliche Netzangriffe, die das Blatt wieder wendeten.
Auch in der Folge gelang es Mayer, dessen Körpersprache alles andere als großen Optimismus ausdrückte, nicht, Haas seinen Aufschlag abzunehmen. Besser machte es der Gegner, durchbrach mit einem Returnwinner das Service des Bayreuthers zum 5:4 und machte nach 72 Minuten mit eigenem Aufschlag alles klar und freut sich auf das Semifinale. "Wer weiß, vielleicht ist es das letzte Mal, dass ich hier bin. Deshalb genieße ich es umso mehr", meinte er.
Kohlschreiber scheitert an Almagro
Der letzte Auftritt war das Viertelfinale dagegen definitiv für Philipp Kohlschreiber in diesem Jahr. Gegen den an Nummer eins gesetzten Spanier Nicolas Almagro unterlag er mit 5:7, 5:7. Für Kohlschreiber war es dennoch das beste Abschneiden am Rothenbaum seiner Karriere.
Außerdem zeigte er großen Kampf, glich im ersten Satz trotz zwischenzeitlichen Rückstand noch einmal zum 5:5 aus. "Er hat in den entscheidenden Phasen die besseren Entscheidungen getroffen", analysierte Kohlschreiber, der allerdings wieder einmal auch nicht mit Eigenlob sparte: "Ich habe mich sehr gut verkauft." Doch am Ende setzte sich Almagro durch und trifft im Semifinale auf den Argentinier Juan Monaco.
