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Von: Malte Asmus
Datum: 21. August 2012, 22:32 Uhr
Format: Artikel
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Gladbach unterliegt Dynamo Kiew im Champions League-Playoff

Fußball,KIew,Gladbach
Dynamo Kiew feiert, Borussia Mönchengladbach trauert

Gladbach hatte gedrückt, hatte geführt und sich nichts vorzuwerfen gehabt. Doch dann ließ ein Kiew-Sonntagsschuss das Spiel kippen, ehe ein Fehler im Mittelfeld die bittere Niederlage gegen höchst effektive Ukrainer einleitete. Die Champions League ist in weiter Ferne.

Denn den frühen Führungstreffer von Alexander Ring (13.) konnten Taras Mikhalik (28.) und Andriy Yarmolenko (36.) mit zwei Treffern in gerade einmal acht Minuten noch vor der Pause wieder drehen. Ausgerechnet Gladbachs Neuzugang Luuk de Jong brachte Dynamo Kiew mit einem Eigentor zum 1:3-Endstand angesichts der drei erzielten Auswärtstore in eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche vor heimischem Publikum.

Damit Gladbach trotz aller negativen Vorzeichen doch noch in die Gruppenphase der Champions League einziehen könnte, müsste die Mannschaft von Lucien Favre im Olympiastadion von Kiew schon mit 3:0 gewinnen. Eigentlich fast unmöglich, es scheint, als müsste sich Gladbach mit der Ersatzbefriedigung Europa League begnügen.

Gladbach dominiert und geht in Führung

Gladbach hatte vor 46.000 Zuschauern im heimischen Borussia Park von Beginn an die Initiative übernommen. Vor allem Ring, der einzig neue im Vergleich zum Pokalspiel gegen Aachen in der Startelf, wollte seine Nominierung rechtfertigen und führte sich gleich mit einem Schuss von der Strafraumgrenze ein, der nur knapp am Tor von Kiew vorbeiging. Mit viel Druck nach vorne drängten die Hausherren die Ukrainer in die Defensive, zwangen sie zu Abspielfehlern und versuchten erst mit Schüssen aus der zweiten Reihe, dann mit Kombinationen zum Erfolg zu kommen.

Ein wunderschöner langer Ball von Juan Arango links in den Strafraum zu Ring brachte dann das erhoffte frühe Erfolgserlebnis. Ring hatte zunächst etwas Glück bei der Ballannahme, dass Gegenspieler Danilo Silva zu weit weg stand, legte den Ball in die Mitte und vollendete flach ins kurze Eck zum 1:0. Auch mit der Führung im Rücken machte Gladbach weiter Druck, stand auch hinten bei den gelegentlichen und dann sehr uninspiriert vorgetragenen Angriffen Kiews sicher.

Sonntagsschuss stellt das Spiel auf den Kopf

Doch dann landete eine Kopfballabwehr von Filip Daems nach einer Ecke genau vor den Füßen des unbedrängten Mikhalik, der aus rund 30 Metern in zentraler Position einfach abzog und Glück hatte, da Daems seinen Sonntagsschuss unglücklich abfälschte. Keeper Marc-André ter Stegen konnte das 1:1 nicht verhindern. Der unglückliche und vor allem völlig unerwartete Gegentreffer hatte Gladbach sichtlich geschockt und wurde gleich noch einmal kalt erwischt.

Ein Fehlpass brachte Denys Garmash an den Ball der rechts genau in die Schnittstelle der viel zu statischen Gladbacher Abwehr spielte. Gegen den schlafmützigen Alvaro Dominguez hatte Yarmolenko leichtes Spiel, Daems kam ebenfalls zu spät und so schlug der Ball aus 16 Metern zum 1:2 ein. Der Spielfluss der Borussen war nun völlig dahin, sie ließen sich in die Defensive zurückfallen und überließen Kiew jetzt die Initiative. Ein weiterer Yarmolenko-Schuss, erneut nach Daems Nachlässigkeit, flog jedoch am Tor vorbei.

Kiew mauert und trifft trotzdem

Kiew hatte sich mittlerweile auf das Gladbacher-Aufbauspiel, vornehmlich über Dominguez, eingestellt, diesen früh attackiert und zu Quer- bzw. Rückpässen gezwungen. Viele wirklich druckvolle Offensiv-Aktionen gab es daher zunächst nicht aus Gladbacher Sicht oder sie verpufften, weil Gladbach deutlich unpräziser zu Werke ging als noch zu Beginn des Spiels.

Gefährlich wurde es erst nach einer guten Stunde, als Arango zweimal aus der Distanz abzog, Koval aber nicht überraschen konnte. Während Kiew dann mit Ognjen Vukojevic einen defensiven Mittelfeldspieler für den offensiven Niko Kranjčar brachte, um sich noch weiter zurückzuziehen und das Ergebnis zu zementieren, schickte Favre Mike Hanke für Igor de Camargo aufs Feld, ersetzte Ring durch Patrick Herrmann und Havardt Nordveit durch Tolga Cigerci, um die nur noch auf Absicherung bedachten Gäste doch noch zu knacken.

Doch die Hoffnung war vergebens. Gladbach traf zwar noch einmal, allerdings ins eigene Tor. De Jong hatte einen Freistoß unhaltbar für ter Stegen ins eigene Gehäuse abgefälscht und damit die bittere Niederlage für die spielerisch überlegenen, aber in den entscheidenden Situationen leicht patzenden Borussen besiegelt. Kurz vor Schluss verfehlte Hanke knapp das gegnerische Tor und damit die Chance, die Ausgangsposition der Borussia vor dem Rückspiel wenigstens etwas zu verbessern.