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French Open, Tag 7: Favoriten souverän, Görges letzte Deutsche

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30. Mai 2015, 21:26 Uhr
Julia Görges
Julia Görges ist die letzte verbliebene Deutsche bei Roland Garros

Rafael Nadal hat mit Andrey Kuznetsov an Tag 7 der French Open kaum Probleme und spaziert ins Achtelfinale, genauso wie seine männlichen Mit-Favoriten. Nach dem Aus von Andrea Petkovic steht als einzige Deutsche nur Julia Görges im Achtelfinale von Paris. Serena Williams zittert sich eine Runde weiter.

Damen - 3. Runde:

Julia Görges (GER) - Irina Falconi (USA) 6:4, 6:1

Wieder eine starke Vorstellung von Julia Görges! Die 26-Jährige rettete zumindest ansatzweise die deutsche Ehre und zieht als einziger Profi aus dem deutschen Team ins Achtelfinale von Roland Garros ein.

Danach schaute es zu Beginn des Matches allerdings nicht aus. Schnell lag die Nummer 72 der Welt gegen Irina Falconi mit zwei Breaks und 0:3 hinten. Doch das sofortige Rebreak schien die Anspannung zu lösen und Görges spielte wie ausgewechselt. Immer wieder zwang sie ihre Gegnerin zu Fehlern (insgesamt 20), die mit einem Doppelfehler den ersten Satz zugunsten von Görges entschied.

Im zweiten Satz spielte die Deutsche keinesfalls überragend (nur 44 Prozent des ersten Aufschlags ins Feld), profitierte aber von der schwachen Leistung Falconis, die nur ganze sieben Punkte nach eigenem Aufschlag erzielte. Görges wiederum setzte immer wieder die entscheidenden Nadelstiche durch ihre platzierten Schläge (12 Winner in Satz 2) und nutzte die Hälfte ihrer Breakchancen eiskalt aus.

Petra Kvitova (CZE/4) - Irina Begu (ROM) 6:3, 6:2

Petra Kvitova gibt sich gegen Irina Begu keine Blöße und zieht im Eiltempo ins Achtefinale ein. Das gesamte Match über konnte Begu ihre Kontrahentin nicht vor großartige Probleme stellen. Die Weltranglisten-Vierte holte starke 85 Prozent der Punkte nach dem ersten eigenen Service, was dazu führte, dass sich Begu nicht einen einzigen Breakball erarbeiten konnte. Kvitova erspielte sich derer vier und konnte drei davon nutzen, was reichte, um ihre Gegnerin auf Abstand zu halten.

Dazu spielte die Tschechin 18 Winner gegenüber sieben von Begu und erlaubte sich nur sieben Unforced Errors. So war Begu am Ende gegen eine souveräne Kvitova, die nach gerade einmal 58 Minuten ihren ersten Matchball nutzte, chancenlos. Im Achtelfinale am Montag trifft sie nun auf die Gewinnerin der Partie zwischen Timea Bacsinszky und Madison Keys.

Sara Errani (ITA) - Andrea Petkovic (GER/10) 6:3, 6:3

Bereits letztes Jahr im Viertelfinale trafen beide Spielerinnen aufeinander. Damals behielt Andrea Petkovic die Oberhand, nun gelingt Sara Errani die verdiente Revanche.

Die Zuschauer sahen zunächst ein Rebreak-Festival. Die Nummer 10 bzw. Nummer 17 hatten beide riesige Problem beim eigenen Aufschlag, fünf der ersten sieben Aufschlagspielen wurden an die jeweilige Konkurrentin abgegeben. Ärgerlich aus Petkovic-Sicht nur, dass sie zweimal mehr gebreakt wurde als sie selbst Errani das Spiel abnahm. Beim Stand von 4:3 brachte Errani dann eines der wenigen eigenen Aufschlagspiele durch und schnappte sich daraufhin den ersten Satz.

Für die deutschen Fans wurde es nicht besser. Wieder gab die 27-Jährige ihr erstes Aufschlagspiel ab, Errani dagegen zog ihr Spiel nun durch. Die Deutsche leistete sich viel zu viele Unforced Errors (41!) und fluchte nicht einmal laut nach einem eigenen Fehler. Ihre Kontrahentin zeigte sich nach anfänglichen Schwierigkeiten deutlich präziser, brachte starke 86 Prozent ihres ersten Aufschlags in Feld und nutzte sechs ihrer sieben Breakbälle.

Während des kompletten Turniers war Petkovic wegen einer Oberschenkelverletzung nicht bei 100 Prozent. Dementsprechend fiel ihre Reaktion bei der Pressekonferenz aus: "Das ist jetzt eine Mischung aus Enttäuschung und Erleichterung. Das war schon die ganze Woche ein Eiertanz, so macht es keinen Spaß, Tennis zu spielen und ist eigentlich auch sinnlos", so die Darmstädtern nach ihrer Niederlage.

Serena Williams (USA/1) - Victoria Azarenka (BLR/27) 3:6, 6:4, 6:2

Es war ein ungeheures Auf und Ab: Im zweiten Satz sah Azarenka schon wie die sichere Siegerin aus, nachdem sie den ersten Durchgang für sich entschieden hatte und auch im zweiten Satz das frühe Break zum 2:1 schaffte. Doch Williams war da, wenn es drauf ankam: Kurz vor knapp glich sie bei Azarenkas Aufschlag zum 4:4 aus, ehe sie sich mehr oder weniger souverän in den Schlusssatz rettete.

Das größte Problem bei Williams war der Aufschlag: Im gesamten Match kamen gerade einmal 55 Prozent der ersten Angaben ins Feld, während Azarenka ordentliche 67 Prozent der ersten Aufschläge erfolgreich setzte. Auch über die zweiten Angaben fand Williams selten den Weg zum Ziel: Ebenfalls nur 55 Prozent derer - von denen sie einige hatte - führten zu Punkten.

In Satz drei steigerte sich die Spannung zunächst ins Unermessliche: Wieder schnappte sich Azarenka direkt das Break zum 1:0, Williams war aber prompt mit der Antwort zur Stelle und holte sich das Re-Break zum 2:2. Wirklich Lust auf einen erneuten Turn-Around hatte die Top-Favoritin dann aber wohl nicht mehr: Konzentriert und mit einer überragenden Vorhand krallte sie sich das nächste Break zum 4:2 - die Entscheidung.

Im Achtelfinale trifft die Amerikanerin Williams nun auf Landsfrau Sloane Stephens, die Tsvetana Pironkova mit 6:4, 6:1 besiegt hatte.



Herren - 3. Runde:

Rafael Nadal (ESP/6) - Andrey Kuznetsov (RUS) 6:1, 6:3, 6:2

Spaziergang für Rafael Nadal! Gegen den Russen Andrey Kuznetsov hatte der Spanier keinerlei Probleme. Auch wenn das klare Ergebnis das Gegenteil vermuten lässt, zeigte Nadal dafür nicht einmal sein bestes Tennis - gegen einen überforderten Gegner reichte ihm eine durchschnittliche Leistung.

Schon zu Beginn der Partie hatte Kuznetsov erhebliche Schwierigkeiten. Im ersten Satz konnte er kein einziges Mal seinen Service durchbringen - bei seinem einzigen Spielgewinn nahm er Nadal den Aufschlag ab. Im zweiten Durchgang kam der Russe etwas besser ins Spiel, dennoch kam der Spanier nicht wirklich ins Wanken. Und auch im dritten Satz gelang dem neunfachen French-Open-Champion ein frühes Break - im Anschluss ließ er nichts anbrennen.

Ein Blick auf die Statistik offenbart, dass Nadal noch nicht sein allerbestes Tennis zeigte: 30 Gewinnschlägen standen 25 Unforced Errors gegenüber (Kuznetsov mit 27 Gewinnschläge und 26 Unforced Errors). Im Achtelfinale bekommt es der Mallorquiner mit Jack Sock zu tun.

Novak Djokovic (SRB/1) - Thanasi Kokkinakis (AUS) 6:4, 6:4, 6:4

Die Nummer Eins marschiert: Auch von Top-Talent Thanasi Kokkinakis lässt sich der Djoker nicht aufhalten und zieht ohne Satzverlust ins Achtelfinale ein. Dabei lässt der Serbe dank einer überragenden First-Serve-Quote (80 Prozent) keine einzige Breakchance zu. Da schmerzt es auch nicht, dass er selbst nur drei von acht Breakmöglichkeiten nutzte, reichten diese schließlich aus, um das Spiel souverän nach Hause zu bringen.

Kokkinakis hatte den 34 Winnern des Djoker nichts entgegenzusetzen und spielte darüber hinaus insgesamt 27 Unforced Errors (Djokovic 12). Werte, mit denen man die Nummer eins der Welt nicht in die Bredouille bringen kann. So reichte eine solide Leistung des Becker-Schützlings, um nach etwas über eineinhalb Stunden seinen ersten Matchball zu versenken.

Andy Murray (GBR/3) - Nick Kyrgios (AUS) 6:4, 6:2, 6:3

Murray schimpfte, haderte, lamentierte und setzte sich am Ende souverän in drei Sätzen durch. Dem Schotten reichte dazu solides Tennis - und der eine oder andere Zwischenspurt in den entscheidenden Momenten.

Während Murry sieben seiner 13 Breakchancen nutzte, ließ Kyrgios zu viele Chancen liegen (2/10). Außerdem leistete sich der Australier viel zu viele Unforced Errors (37, Murray 19), um Murray wirklich in Gefahr zu bringen. Und hatte Kyrgios das Break dann mal geschafft, haperte es am sonst stabilen Aufschlag und Murray gelang das Rebreak. So dominierte Murray die Partie - obwohl er alles andere als zufrieden war mit seiner Leistung. Nächster Gegner ist nun der Franzosen Jeremy Chardy.

Marin Cilic (CRO/9) - Leonardo Mayer (ARG) 6:3, 6:2, 6:4

Das Resultat lässt einen lockeren Sieg von Marin Cilic vermuten. Doch der Kroate musste über zwei Stunden hart für den Erfolg gegen Leonardo Mayer kämpfen.

Schlussendlich aber zeigte sich die Nummer neun den letzten Tick stärker, spielte weniger Unforced Errors (21 zu 38) und deutlich mehr Winner (37 zu 20). Einen davon nutzte er im ersten Satz für ein Break, welches ausreichte, um sich diesen zu sichern. Stark war der Auftritt im zweiten Durchgang, als er bereits mit zwei Spielen zurücklag, um dann sechs in Folge für sich zu entscheiden.

Im dritten Satz fightete Mayer nochmal mit allem, was er hatte, war aber vor allem bei eigenem Aufschlag zu anfällig. Mit drei Doppelfehlern und nur 57 Prozent bei eigenem Aufschlag in diesem Durchgang verlor Mayer das entscheidende Aufschlagspiel zum 4:5, Cilic verwandelte im anschließenden Spiel gleich seinen ersten Matchball zum Sieg.

Simone Bolelli (ITA) - David Ferrer (ESP/7) 3:6, 6:1, 7:5, 0:6, 1:6

Kuriose Partie zwischen Simone Bolelli und David Ferrer! Die Partie schwankte hin und her, schließlich hatte der Spanier nach fünf Sätzen das bessere Ende für sich. Der erste Satz ging nach einem Break in der entscheidenden Phase an Ferrer - dennoch gelang es Bolelli in der Folge, das Spiel an sich zu reißen.

Der Italiener ergriff im zweiten und dritten Durchgang die Initiative, gab kein einziges Mal seinen Aufschlag ab und erspielte sich so eine 2:1-Satzführung. Allerdings gelang der Nummer 60 der Welt im Anschluss nahezu gar nichts mehr. Ferrer spielte nun groß auf und ließ nur noch einen Spielgewinn seines Gegners zu.

Über die komplette Spieldauer konnte Bolelli zwar mehr Winner als Ferrer verbuchen (49:40), leistete sich allerdings auch deutlich mehr Unforced Errors (58:37). In der nächsten Runde trifft die Nummer sieben der Setzliste auf US-Open-Gewinner Marin Cilic.

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