In Frankreich schienen die Erlebnisse der WM 2010 vergessen, ein Neuanfang erfolgreich eingeleitet. Doch nach der Pleite gegen Schweden erinnerte die Equipe Tricolore an alte Zeiten, in der Kabine wurde offen gestritten. Trainer Laurent Blanc war involviert, wertet den Zwist diesmal aber als gutes Zeichen.
Frankreichs neuer Frieden ist schon wieder dahin. Ein lautstarker Kabinenzoff und atmosphärische Spannungen störten die Vorbereitung auf das EM-Viertelfinale gegen Spanien - und weckten böse Erinnerungen an das WM-Debakel WM 2010.
Nationaltrainer Laurent Blanc und Hatem Ben Arfa gerieten nach der 0:2-Pleite gegen Schweden aneinander, der unzufriedene Mittelfeldspieler bot laut der Sporttageszeitung L'Équipe sogar seine sofortige Heimreise an. Auch zwischen Samir Nasri und Alou Diarra krachte es.
Ben Arfa als beleidigte Leberwurst
"Es wurden schwere Geschütze aufgefahren", erzählte Florent Malouda zu den verbalen Streitigkeiten in der Kabine, "in der Hitze des Gefechts hat das, was ich gesehen habe, alte Dämonen geweckt." "Bericht eines Nervenzusammenbruchs", überschrieb L'Équipe die Vorfälle, die erst am Donnerstag in ihren Details an die Öffentlichkeit gelangten.
Blanc habe Ben Arfa zur Ordnung gerufen, als der 25-Jährige direkt nach der Partie in der Umkleide mit seinem Handy herumspielte. Daraufhin beschwerte sich der ausgewechselte Profi von Newcastle United, dass andere Spieler "viel schlechter" als er gewesen seien. Die Disharmonie zwischen Nasri und Diarra hatte einen anderen Auslöser. Diarra habe seine offensiven Mittelfeldkollegen für mangelnde Defensivarbeit kritisiert, Nasri ihn daraufhin gebeten, doch wenigstens höflich zu bleiben, enthüllte das Blatt. Franck Ribéry, der trotz eines Schlags auf die Ferse wohl nicht um seinen Viertelfinaleinsatz bangen muss, übernahm die Rolle des Schlichters.





