Der FC Everton wollte mit einem Sieg gegen den FC Chelsea Platz 3 erobern. Doch die Blues trotzten am Ende den anfänglichen Sturmläufen der Toffees und gewannen dank eines Doppelpacks des von Wechselgerüchten umstellten Frank Lampard mit 2:1.
Ausgerechnet Lampard, dem ob einer bis jetzt ausstehenden Vertragsverlängerung ein möglicher Wechsel prophezeit wird, drehte die Partie (42. Minute/72.), nachdem die Hausherren die Londoner Gäste im Godison Park überfallen hatten und nach 62 Sekunden durch Steven Pienaar in Führung gegangen waren.
Die Fans des FC Everton und Coach David Moyes hatten vor der Partie besonderes Interesse an einem Wiedersehen mit Rafael Benitez. Hatte der Spanier doch, in seiner damaligen Eigenschaft als Coach des Lokalrivalen FC Liverpool, die Toffees einst einen "kleineren Club" in der Premier League genannt.
Zudem wollte Moyes seine persönliche Bilanz gegen Benitez verbessern, nur drei von 14 Duellen konnte er zu seinen Gunsten entscheiden. Auch auf die Tabellensituation in der Premier League hätte ein Erfolg großen Einfluss gehabt. Ein Sieg gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn hätte den vierten Platz vor den Londonern gebracht und die beste Hinserie des Clubs seit 1987 gekrönt.
Guter Pfosten, schlechter Pfosten
Sein Team legte gleich los, als wolle sie genau jene Scharten auswetzen. Allerdings hatte Everton laut Opta bereits vor der Partie die meisten Pfosten- oder Lattentreffer in der Premier League aufzuweisen und so war es nur standesgemäß, dass das Aluminium sofort eine Hauptrolle spielte. Victor Anichebe köpfte eine Flanke von Phil Jagielka an den Pfosten, doch Steven Pienaar stand goldrichtig und sorgte mit seinem 1:0 (2.) dafür, dass der FC Chelsea kalt erwischt wurde. Es hätte noch eisiger für Benitez im ungeliebten Goodison Park werden können, doch Nikica Jelavics Schlenzer (8.) traf nur den linken Außenpfosten.
Den Vorwärtsgang hatten die Gastgeber danach auch weiter eingelegt, nun war es allerdings eher der Mann zwischen den Pfosten, der mehr und mehr in den wörtlichen Mittelpunkt rückte. Petr Cech rettete mehrfach gegen die Toffees, während seine Vorderleute sich nur langsam bereit zeigten, für Entlastung zu sorgen.
Doch die folgte nach guten 20 Minuten, der FC Chelsea nahm mehr und mehr das Heft in die Hand - auch wenn Everton weiterhin im Spiel blieb. Die Blues wurden noch vor der Pause für ihre Bemühungen belohnt, als Frank Lampard eine Flanke von Ramires mit dem Kopf am zuvor glänzend haltenden Tim Howard vorbei zum 1:1 ins Tor beförderte (42.).
Und wieder trifft Frank Lampard
Nach der Halbzeit offenbarte sich beim FC Chelsea ein ungewöhnlicher Wechsel. Für den am Knöchel angeschlagenen Petr Cech berief Rafael Benitez Ross Turnbull zwischen die Pfosten. Der Vertreter stand in den ersten Minuten nicht ganz so oft im Mittelpunkt wie Cech, sah jedoch wieder einige Everton-Angriffe auf sich zurollen, die meist aber brotlose Kunst blieben. Oder - und daran dürfte man sich im Goodison Park mittlerweile gewöhnt haben - am Alumium endeten. So wie Jelavics Kopfball in der 69. Minute, der einmal mehr Turnbulls Gehäuse prüfte.
Chelsea machte es auch in Halbzeit zwei, wie in Halbzeit eins, ließ Everton zunächst ein Mal ein, dieses Mal kleineres, Angriffsfeuerwerk abbrennen, um dann langsam wieder zu übernehmen. Und in Führung zu gehen. Und wieder war es Frank Lampard, der für den Torerfolg sorgte. Dieses Mal war sein Kopf allerdings nicht primär beteiligt, er überwand Howard per Abstauber, nachdem der Everton-Goalie eine Chance von Eden Hazard vereitelt hatte (72.).
So sehr sich Everton nach dem Rückstand auch gegen die erste Heimniederlage seit März 2012 stemmte, der Ausgleich wollte nicht gelingen. Auch, weil viele Chancen durch die eigene Unfähigkeite zunichte gemacht wurden. So feierte Frank Lampard zwei Tore, je nach Sichtweise ein Bewerbungsschreiben für Interessenten oder an seinen Club, und der FC Chelsea mit dem Erfolg die Tatsache, dass der dritte Tabellenplatz bis zum neuen Jahr in eigener Hand blieb.
