No-Name Dani Schahin durfte sich fühlen wie ein waschechter Superstar. Von einer TV-Kamera wurde der Düsseldorfer Doppeltorschütze nach dem 2:0 in Augsburg zur nächsten gezerrt. Alle wollten etwas von ihm, das Bundesliga-Comeback der Fortuna stand ganz im Zeichen des 23 Jahre alten Jokers. 15 Jahre hatten die Rheinländer in der Unterklassigkeit an der Rückkehr in die Fußball-Beletage gewerkelt, in den vergangenen Monaten nach dem Aufstieg regelrecht darauf hingefiebert. Und Schahin sorgte mit einem fulminanten 30-Minuten-Auftritt für einen Bilderbuch-Start.
"Das ist wieder ein Feiertag für ganz Düsseldorf", schwärmte der frühere deutsche Junioren-Nationalspieler. Mit leuchtenden Augen ließ der ligaweit erste Doppeltorschütze der neuen Saison die Fragen über sich ergehen - und musste sich doch eingestehen, "meine Emotionen kaum in Worte fassen zu können". Als einer von 18 Fortuna-Zugängen war der gebürtige Ukrainer mit russischer Mutter und palästinensischem Vater zu Saisonbeginn verpflichtet worden. Auch deshalb, weil man ihn bei Mitaufsteiger Greuther Fürth für die 1. Liga nicht mehr zu brauchen glaubte. Anders Norbert Meier bei Düsseldorf. "Der Trainer redet viel mit mir, er vertraut mir, hab' ich das Gefühl. Das zeigt mir, dass er in mir etwas sieht. Er denkt sich wahrscheinlich: Aus dem kann ich was machen", sagte Schahin.
Schahin trägt sich in Geschichtsbücher ein
Dass es 5565 Tage nach dem letzten Fortuna-Auftritt in Liga eins im Mai 1997 gleich zu einem Sieg langte, hatten die Düsseldorfer in der Tat einzig Schahin zu verdanken. Mit aller Unbekümmertheit schoss er zweimal mit brachialer Gewalt und nachahmenswerter Genauigkeit aufs Augsburger Tor - zweimal gab es für FCA-Keeper Simon Jentzsch vor 30.401 Zuschauern nichts zu halten. Schon am Vorabend im Hotel hatte sich Schahin mit seinem Mit-Reservisten André Fomitschow zurückgezogen und von solch einem Erlebnis sinniert, "dass wir vielleicht reinkommen, dass einer von uns vielleicht trifft".
