Ein Blanko-Vertrag, gestohlene Pelzmäntel, der beste Torwart Osteuropas und die Diva aus Berlin - sportal.de hat die zehn größten Transfer-Flops der Bundesliga-Historie gekürt. Fast immer war sehr viel Geld im Spiel, doppelt vertreten sind die Bayern und der FC Schalke.
Eine Bundesliga-Saison ist häufig gerade mal ein paar Wochen alt, schon kursieren die ersten Transfer-Flops in der Presse. Einige stellen sich im Laufe der Zeit tatsächlich als Fehleinkäufe heraus, andere bekommen nach einer Anlaufzeit noch die Kurve.
sportal.de hat sich in der Bundesliga-Historie umgeschaut und ist auf zehn Spieler gestoßen, die das Siegel Transfer-Flop zurecht tragen. Dabei war die Auswahl wirklich schwierig, denn Namen wie Juan Pablo Sorin, Havard Flo, Taribo West, Lilian Laslandes oder Thiago Neves hatten ebenfalls aussichtsreiche Bewerbungsschreiben eingereicht. Doch an diesen zehn führte dann doch kein Weg vorbei:
Platz 10: Rever
Seit der ersten Amtszeit von Felix Magath gehört der VfL Wolfsburg zu den Großeinkäufern der Bundesliga. Die Wölfe müssten deshalb eine eigene Top Ten bekommen, wir erinnern nur an die Namen Karim Ziani, Jonathan Santana, Obafemi Martins oder Dieumerci Mbokani. Wir sagen auch Danke, können den größten Flop aber Magath nicht in die Schuhe schieben. Armin Veh holte in der Winterpause 2009/10 den Brasilianer Rever für fünf Millionen Euro in die Innenverteidigung. Ein halbes Jahr später - und ohne ein Bundesliga-Spiel - ging es zurück nach Brasilien.
Platz 9: Mladen Pralija
Schon wieder Felix Magath, schon wieder schuldlos - zumindest weitestgehend. Der damalige HSV-Manager wurde 1987 durch den Faustschlag von Uli Stein gegen Jürgen Kobra Wegmann und die Suspendierung Steins dazu gezwungen, einen neuen Torwart zu verpflichten. Trainer Josip Skoblar pries seinen Landsmann Mladen Pralija als "besten Torwart Osteuropas" und Magath schlug für 250.000 Mark zu. Eine Überprüfung dieses Prädikats wäre wohl besser gewesen, denn Pralija hielt sogar im Training kaum einen Ball fest und feierte ein grausames Debüt gegen den FC Bayern. Der amtierende Pokalsieger ging bei den Bayern mit 0:6 unter, Trainer Skoblar hielt aber an Pralija fest. Später verlor der HSV 2:8 in Mönchengladbach, Trainer Skoblar wollte aber immer noch nicht wechseln. 14 Bundesliga-Spiele machte Pralija, bis Magath Skoblar rauswarf.
Platz 8: Calle del' Haye
"Erinnert sich jemand noch heute an Calle del' Haye?" Kettcar-Sänger Marcus Wiebusch setzte dem Außenstürmer ein musikalisches Denkmal. Dabei hatte der FC Bayern in seiner langen Ära in der Bundesliga wahrscheinlich größere Transfer-Flops, aber Calle del' Haye steht als Synonym für die Transfer-Taktik des Uli Hoeneß, zunächst mal die Konkurrenz schwächen zu wollen. 1980 wechselte del' Haye für 1,3 Millionen Mark von Mönchengladbach zu den Bayern, in den folgenden fünf Jahren machte der wallende Blondschopf, der in jeder schwedischen Kinderserie eine Hauptrolle hätte übernehmen können, aber nur 74 Bundesliga-Spiele. Del' Haye selbst wehrt sich heute gegen seinen Makel. "Wenn ich in meinen fünf Jahren in München fünf Mal auf der Tribüne gesessen habe, war das schon viel", sagte del' Haye in einem Interview mit dem Tagesspiegel. "Natürlich habe ich nicht jedes Spiel gemacht. Aber hätte ich im Rotationsprinzip unter Ottmar Hitzfeld gespielt, würde man mich heute als Stammspieler bezeichnen."





