Eigentlich hatte sich Sebastian Vettel über den zweiten Platz beim Großen Preis von Deutschland hinter Sieger Fernando Alonso gefreut, doch die Rennkommissare werteten sein Überholmanöver gegen Jenson Button als nicht sauber und gaben Vettel eine 20-Sekunden-Strafe.
Der Große Preis von Deutschland war von Beginn an spektakulär. Felipe Massa verlor sogleich in der ersten Runde den Frontflügel seines Ferraris und dessen Einzelteile warfen das Klassement in den folgenden Runden gehörig durcheinander. Denn nicht nur Lewis Hamilton zerstörte sich an den scharfen Trümmerteilen einen Reifen und fiel nach seinem Boxenstopp auf den 22. Platz zurück.
Während Fernando Alonson in den ersten Runden die Spitze knapp vor Sebastian Vettel behaupten konnte, gehörte der Beginn des Rennens Jenson Button, der von Rang sechs gestartet war und sich bis zur zehnten Runde an Nico Hülkenberg und Michael Schumacher vorbei auf den dritten Platz nach vorne schob.
Während sich an der Spitze nichts tat, konnten die Formel 1-Fans am Hockenheimring auf den Plätzen dahinter packende Duelle erleben. Kimi Räikkönen kämpfte sich Platz um Platz nach vorne, überholte Schumacher in der 22. Runde und schob sich auf den vierten Rang. Ebenfalls ein starkes Rennen zeigte der von Platz 21 gestartete Nico Rosberg, der sich in der 29. Runde bis auf Platz elf nach vorne gearbeitet hatte.
Spitzenduell nimmt Fahrt auf
Ab dieser Runde nahm auch das Duell an der Spitze Fahrt auf, Alonso und Vettel hatten jeweils bereits einmal die Reifen gewechselt, was aber zu keiner Veränderung geführt hatte. Nun nahm Vettel Alonso Runde um Runde Zeit ab und schob sich dicht an den Spanier heran. Richtig in Angriffsposition konnte sich der deutsche Weltmeister aber nicht arbeiten.
Für Ärger sorgte zwischenzeitlich Lewis Hamilton, der auf Platz 18 und eine Runde zurück liegend, Sebastian Vettel überholte. Der Deutsche zeigte dem Briten mit einer Faust auch gleich, was er davon hielt, blieb aber erst einmal hinter Hamilton, der sich nun daran machte, Alonso zurück zu überholen, was ihm aber nicht gelang. "Ich weiß nicht, warum er da ein Rennen fährt. Es ist dumm, die Führenden zu stören", wetterte Vettel nach dem Heimrennen.
Das Manöver Hamiltons sollte aber für Vettel doch Folgen haben, denn der Deutsche verlor seinen zweiten Platz in der Box an Hamiltons Teamkollegen Button und so war der Weltmeister nur noch Dritter nach Runde 42. Button wollte sich mit dem zweiten Platz aber nicht zufrieden geben und machte sich auf die Verfolgung des WM-Spitzenreiters aus Spanien und verkürzte den Rückstand Runde um Runde.
Alonso, Button und Vettel machen Sieg unter sich aus
Aber auch Button konnte sich nicht in Angriffsposition bringen und so ging das Spitzentrio Alonso, Button und Vettel auf die letzten Runden am Hockenheimring. Hamilton musste sein Auto zwischenzeitlich an der Box abstellen, hätte aber auch keine Chance gehabt, in die Punkte zu fahren.
Vier Runden vor dem Ende konnte sich Vettel noch einmal an Button heranschieben und hing am Heck des Briten. Alonso fuhr dem sicheren Sieg entgegen. In der vorletzten Runde griff Vettel Button dann tatsächlich noch einmal an, kam auch vorbei und holte sich so den zweiten Platz zurück.
Knapp zwei Stunden nach dem Rennende wurde er aber wegen eines Regelverstoßes beim Überholmanöver vom zweiten auf den fünften Platz zurückgestuft. Vettel hatte dabei die Strecke verlassen. Der Red-Bull-Pilot bekam dafür eine 20-Sekunden-Strafe und rutschte auf Platz fünf ab.
Button kletterte hingegen auf Platz zwei. Der ehemalige Weltmeister Kimi Räikkönen aus Finnland verbesserte sich im Lotus auf Platz drei. Der Japaner Kamui Kobayashi belegte in der bereinigten Endabrechnung den vierten Platz. Michael Schumacher als Siebter sowie Nico Hülkenberg als Neunter und Nico Rosberg als Zehnter komplettierten das gute Team-Ergebnis der deutschen Fahrer.
Durch die Zurückstufung vergrößerte sich auch der Rückstand Vettels in der WM-Wertung auf Deutschland-Sieger Fernando Alonso aus Spanien im Ferrari. Mit seinem Sieg und 25 weiteren Punkten konnte Alonso seinen Vorsprung in der WM-Gesamtwertung der Formel 1 weiter ausbauen. Mit nunmehr 154 Punkten führt der Spanier vor Mark Webber mit 120 Zählern.
