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Dennoch scheint es in dieser Situation so, als ob Magath mit seinen Eigenarten die falschen Töne trifft. Gegen den fehlenden Zusammenhalt ließ er Teambuilding verordnen. Beim Waldlauf schüttete er die Hälfte der Wasserflaschen aus, um die Spieler zum Teilen zu motivieren. Auf der anderen Seite nagelt er Spieler öffentlich gnadenlos an die Wand.
Vieirinha habe einen "rabenschwarzen Tag" gehabt und Naldo traut sich wahrscheinlich kaum noch, die Presse zu verfolgen. Erneut bescheinigte Magath dem VfL-Verteidiger "katastrophalen Fehler", nachdem er ihn im Vorfeld des Spiels massiv kritisiert hatte. Sicher müssen Profis mit Kritik umgehen können, doch ist es auch verständlich, dass das Selbstvertrauen leiden kann.
Felix Magath verteidigt sein Arbeiten
Am Tag nach der Niederlage gab es dann wenige Gespräche. Magath kam zehn Minuten zu spät, bis dato stand sein Ensemble auf dem Trainingsplatz und wirkte orientierungslos. Nach kurzen Anweisungen nahmen die Profis ihre Arbeit auf. "Wir sind gut beraten, uns auf das nächste Spiel zu konzentrieren und unsere Kräfte zu bündeln", sagte Magath nur.
Kritik an seinem Schaffen lässt er dabei kaum zu, auch wenn die Fans mittlerweile seine Entlassung fordern. Es wäre ihr gutes Recht, hatte der Trainer leicht süffisant zu Protokoll gegeben, spürt dabei den Rückhalt der VW-Spitze hinter sich und nahm sich selbst in Schutz. "Es war nicht die falsche Taktik. Man muss sie nur besser umsetzen", so Felix Magath später.
"Die Freiburger sind über die Flügel anfälliger als durch das Zentrum. Eine richtige Idee wurde somit nicht gut umgesetzt", schimpfte er. Wolfsburg operierte viel mit langen Bällen, was die Freiburger irritierte. Dennoch war Freiburg-Trainer Christian Streich vorbereitet. "Wir hatten schon bei der Aufstellung gesehen, dass der ein oder andere hohe Ball kommen würde."
VfL Wolfsburg: Trainer haben es schwer
Hat Magath also falsch aufgestellt oder haben die Spieler sein taktisches Konzept fehlinterpretiert? Grundsätzlich ist zu sagen, dass Trainer es in Wolfsburg schwer haben - das bestätigte Magath. Nach seinem Weggang habe es mit Armin Veh und Steve McClaren zwei Trainer gegeben, die mit dem Umfeld große Probleme gehabt haben.
Dann verwies Magath auf die aktuelle Situation der Trainer. Veh sei Tabellen-Zweiter der Bundesliga, McClaren noch Spitzenreiter in den Niederlanden. Ob Magath intern Kritik an seiner Arbeit zulässt, ist nicht zu beurteilen. Nach außen wirkt es so, als ob das Umfeld oder die Spieler die Hauptverantwortung tragen müssten.
Sorgen um seine Position muss sich Magath ob des Rückhalts bei der VW-Spitze bislang nicht machen. "Da zweifel' ich auch nach so einem Tag oder Ergebnis nicht dran", sagte er weiter. Dennoch verließ VW-Chef Martin Winterkorn das Stadion zehn Minuten vor dem Ende, als die Fans schon lange Lorenz-Günther Köstner gefordert hatten. Wohl nicht zu einem Gespräch?





