Roger Federer und Juan Martin del Potro lieferten sich einen viereinhalb Stunden-Kampf, mit dem besseren Ende für den Schweizer. Anschließend macht Andy Murray das Traumfinale perfekt. Auch das deutsche Mixed schrieb eine Erfolgsstory.
Es sah fast so aus, als müssten sich Roger Federer und Juan Martin del Potro gegenseitig stützen, während sie sich am Netz zu dem grandiosen Match gratulierten. Anschließend strahlte Federer auf dem Platz und del Potro kämpfte mit den Tränen - sein Traum von der Goldmedaille war vorbei.
Tennis für die Geschichte
Dabei erscheint es nahezu unglaublich, was das Tennisturnier bei Olympia auf dem altehrwürdigen Rasen von Wimbledon den Zuschauern dieser Tage bietet. Erst vor drei Tagen lieferten sich der Franzose Jo-Wilfried Tsonga und der Kanadier Milos Raonic das längste Match in der olympischen Tennisgeschichte, welches Tsonga nach einem 25:23-Sieg in Satz drei nach insgesamt 3:57 Stunden für sich entschied. Wer damals dachte das wäre der Höhepunkt des Turniers gewesen, der wurde von Federer und del Potro eines Besseren belehrt.
Erst nach beinahe viereinhalb Stunden konnte der Schweizer seinen zweiten Matchball verwandeln und den 3:6 , 7:6 und 19:17-Sieg über den Argentinier perfekt machen. Federer kam im ersten Satz noch nicht in sein Spiel, was einem stark aufspielenden del Potro zu schulden kam. Der Argentinier, der aktuell die Nummer neun der Weltrangliste ist, lieferte über das gesamte Match keinen Zweifel an seinen Stärken, dem Aufschlag und der wuchtigen Vorhand.
Spiel, Satz, Sieg - Federer
Im zweiten Durchgang hatte Federer gleich zu Beginn die Chance auf ein Break, nutzte sie aber nicht. Anschließend musste der Weltranglistenerste aufpassen nicht wie im ersten Satz seinerseits ein Break zu kassieren, und es gelang ihm das zu vermeiden Der zweite Satz ging in den Tie-Break, in dem Federer knapp die Oberhand behielt. Erst im dritten Satz, der zur Zerreißprobe für die Nerven wurde, gelang Federer sein erstes Break im Spiel - beim Stand von 9:9 zum 10:9. Federer servierte danach zum ersten Mal zu Matchgewinn, schaffte es allerdings nicht einen Punktgewinn bei eigenem Aufschlag zu erzielen, sodass del Potro das direkte Re-Break gelang.
Nachdem weitere Breakchancen ausgelassen wurden und die Stimmung auf dem Centre Court nicht mehr zu überbieten war, erzielte Federer nochmals das Break, ließ in der Folge seinen ersten Matchball liegen und verwandelte den zweiten zum 19:17-Sieg im dritten Satz. Unter tosendem Applaus der Menge standen sich die beiden Marathonspieler am Netz gegenüber, beide als Sieger des Sports.





