Wie bei einer Jugendliebe: Michael Frontzeck hatte sich seit geraumer Zeit in den FC St. Pauli verguckt, die Angebetete sich jedoch nie gemeldet. Dieser Herzschmerz ist nun abgehakt und die Hochzeitglocken läuten - für Frontzeck schließt sich der Kreis.
Nun beginnt für Michael Frontzeck die Mission FC St. Pauli, die er schon vor langer Zeit gerne hätte begonnen. Doch erst jetzt wurde er offiziell als Nachfolger von André Schubert vorgestellt, darf ab sofort das Training leiten. "Der FC St. Pauli ist mir immer positiv durch große Geschlossenheit aufgefallen. Das ist eine gute Voraussetzung, um erfolgreich zu arbeiten ", sagte Frontzeck.
Das erfolgreiche Arbeiten ist auch zwingend notwendig beim FC St.Pauli, denn seit nun fünf Spielen wartet das Team vom Millerntor auf einen Sieg in der 2. Bundesliga. Das 2:2 gegen Union Berlin reihte sich da nahtlos ein, Frontzeck hatte es sich auf dem heimischen Sessel bequem gemacht und die Partie im TV verfolgt.
"Die Mannschaft hat mir gegen Union gut gefallen. Sie ist nach dem 0:1 gut zurückgekommen und hätte mit ein bisschen Glück das Spiel auch gewinnen können", meinte der neue Cheftrainer, der nicht direkt alles umkrempeln möchte. So wird das Trio Thomas Meggle, Timo Schultz und Mathias Hain wieder im Assistenz-Bereich tätig sein.
FC St. Pauli: Michael Frontzeck nimmt die Arbeit auf
"Ich bin nicht paranoid veranlagt, dass ich ihnen nicht vertraue. Ich mache klare Vorgaben, bin aber sehr teambezogen. Die Co-Trainer sind bei mir nicht nur für das Hütchen-Aufstellen zuständig", betonte Frontzeck, der seine Arbeit am Montag beim ersten Training aufnehmen wird. Punkt eins auf der Liste des Handelns wird es sein, dass die verunsicherte Mannschaft "wieder Boden unter die Füße" bekomme.
Danach wolle Frontzeck zusammen mit dem FC St. Pauli "wieder in den Kampf oben einzugreifen", sagte der bisher für Alemannia Aachen, Arminia Bielefeld und Borussia Mönchengladbach nur in der 1. Liga tätige Coach. Allerdings habe er immer ein Auge auf St. Pauli geworfen, lobte dabei die tollen Fans des Clubs.
"Der Kreis schließt sich", meinte der seither arbeitslose Fußball-Lehrer. "Im Grunde habe ich tief im Innern auf St. Pauli gewartet und bin froh, dass es jetzt so gekommen ist", ergänzte Frontzeck grinsend. Die Frage nach der Gültigkeit des Vertrags für die 3. Liga, der nun bald unterschrieben werde, stelle sich für ihn nicht. "Ich habe an viele Dinge gedacht, daran nicht", bekannte Frontzeck.
