"Ihr habt Fernando Torres kaputt gespielt" - so ähnlich hatte sich Rafa Benitez nach seinem Dienstantritt beim FC Chelsea über den Stürmer geäußert. Drei Wochen später glaubt der als "dicker, spanischer" Kellner verhöhnte Coach, dass Torres auf dem Weg der Besserung ist.
Dass die beiden Landsleute, die bereits beim FC Liverpool erfolgreiche Zeiten gemeinsam erlebt hatten, ihre eigenen Geschicke - und damit auch die des FC Chelsea - in erfolgreichere Bahnen als zuletzt lenken könnten, hatte man an der Stamford Bridge nach der Verpflichtung von Rafael Benitez erhofft.
Und so kam es zumindest in der letzten Woche letztlich auch: Fernando Torres verbuchte beim 6:1 gegen den FC Nordsjaelland in der Champions League ebenso einen Doppelpack, wie vier Tage später im Stadium of Light des FC Sunderland.
Während das 6:1 am Ende nur Ergebniskosmetik für eine verkorkste Champions League-Saison des Titelverteidigers war, brachte das 3:1 in der Premier League nicht nur einen wichtigen Dreier, sondern auch die Erkenntnis, dass der teuerste Transfer in der englischen Liga sein Selbstbewusstsein wiedergewonnen hat. So schnappte er sich nach einem Foul kurz vor dem Halbzeitpfiff den Ball und verwandelte den Elfmeter so, als seien die letzten anderthalb Jahre gespickt von Tor-Durststrecken nie passiert.
Rafael Benitez: Das Team macht einen glücklichen Stürmer
"Wenn ein Stürmer Tore schießt, ist er glücklich. Er hat vier Tore in einer Woche geschossen und diesen Unterschied merkt man ihm an", zeigte sich Benitez laut soccernet.com ebenfalls glücklich."Ich wurde gar nicht mehr so oft nach Torres gefragt, das bedeutet, dass sich langsam alle dran gewöhnen, dass er wieder trifft."
Und das, so Benitez Schlussfolgerung, läge gar nicht so sehr an ihm, dem Trainer, den Chelsea-Besitzer Roman Abramovich - so die Gerüchteküche - nur geholt hätte, weil er Torres wieder auf Kurs bringen sollte. "Fernando hatte bessere Chancen, weil das Team besser war. Vielleicht finde ich manchmal die bessere Ansprache für ihn. Aber in der Hauptsache sind es seine Mitspieler", spielte Benitez sein Verdienst um Torres Formanstieg herunter.
Fernando Torres: Wir spielen anders
Fernando Torres hingegen sieht den Einfluss des Trainers als Geheimnis des neuen Erfolgs. "Wir spielen etwas anders", zitierte chelseafc.com den Stürmer. "Wir spielen im letzten Viertel des Feldes nicht mehr so viele Pässe, wir versuchen etwas direkter zu spielen. Wir nutzen die Qualitäten von Oscar und Juan Mata besser", erklärte Torres die veränderte Spielweise.





