Als wäre es nicht genug, dass sich die Bosse von Bayern München die Köpfe über das spanische Steuerrecht in Sachen Javi Martinez zerbrechen, nun sorgt Trainer Jupp Heynckes mit Andeutungen für Unruhe. Oder auch nicht, wie sportal.de meint.
Kurz vor dem ersten Spiel der Bundesliga-Saison gegen Greuther Fürth hat sich Bayern-Trainer Jupp Heynckes zu seiner Zukunft geäußert. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung deutete der 67-Jährige das Ende seiner Tätigkeit beim Rekordmeister nach dieser Spielzeit an und sorgte somit für Gesprächsstoff.
"Wir haben einen Zwei-Jahres-Vertrag, der endet am 30. Juni 2013. Und dann geht wieder ein Lebensabschnitt zu Ende", sagte er in dem Interview. Heynckes hatte die Münchner im Sommer 2011 übernommen und im letzten Jahr ins Champions-League-Finale geführt. Zuletzt hatte sich Heynckes stets offengehalten, ob er seinen Kontrakt noch einmal verlängern wolle.
Letzte Titelchance für Heynckes in dieser Amtszeit
Den Grund für die Entscheidung lieferte Heynckes gleich mit. "Der Club hat mal gesagt, im Dezember, im Januar, im Frühjahr wird man sich zusammensetzen. Aber ich bin ja nicht mehr 37" Damit bleibt dem Coach nur noch diese Saison, um in seiner dritten Amtszeit bei den Bayern einen großen Titel zu holen. Gleich dreimal musste sich Bayern in der vergangenen Spielzeit mit dem zweiten Platz begnügen.
Nach der Champions League-Final-Niederlage im eigenen Stadion gegen den FC Chelsea hatte Heynckes, der schon von 1987 bis 1991 und als Interimstrainer im Jahr 2009 bei den Bayern auf der Trainerbank gesessen hatte, entsprechend entäuscht reagiert: "Mit jedem Tag wird es schlimmer. Mir wird immer mehr bewusst, was wir für eine Riesenchance liegen gelassen haben."
Wunschkandidat Pep Guardiola?
Mit seinen Aussagen hat Heynckes allerdings weniger für Unruhe gesorgt, als einfach nur ausgesprochen, was die Spatzen von den Dächern rund um den Münchener Marienplatz pfiffen. Als Lame Duck, wie Coaches in seiner Situation gerne genannt werden, wird der Trainer sicher nicht auftreten. Und auch die Spieler dürften sich durch diese Aussagen - die angesichts der nach Bundesliga- und vor allem Bayern-Nachrichten dürstenden Fußballmeute sicher höher gehängt werden, als verdient - kaum beirren lassen.
Allerdings fühlte sich Heynckes vor der ersten Liga-Partie dazu berufen, seine Aussagen noch einmal zu relativieren: "Ich habe nicht gesagt, dass ich dann aufhöre", stellte er in Fürth noch einmal klar. "Wenn man es liest, ist man erst mal erschrocken - das kann ich verstehen", führte er gegenüber Liga Total aus.
Und bei den Bossen? Dort gibt es seit geraumer Zeit bereits Planungen für die Nach-Heynckes-Zeit. Klingt also auch nicht nach Panik. Sie ließen in den vergangenen Monaten schon mehrfach durchklingen, dass für die kommende Saison nach einem neuen Mann an der Seitenlinie gesucht wird. Als Wunschkandidat gilt der Spanier Josep Guardiola, der nach seinem Rücktritt beim FC Barcelona derzeit vereinslos ist. Der 41-Jährige selbst hat sich noch nicht zu seiner Zukunft geäußert.
