Erst die 1:3-Pleite des FC Bayern München gegen BATE Borisov, dann die deutliche Klatsche der Bayern in der Basketball-Bundesliga gegen Oldenburg. Uli Hoeneß war am Feiertag nicht nach Feiern zu Mute, er fand deutliche Worte in Richtung Ex-Coach Bauermann.
Während es für den Mitfavoriten zum BBL-Auftakt gegen Oldenburg eine deutliche Niederlage setzte, gelang Bamberg und Berlin ein optimaler Start in die neue Saison. Uli Hoeneß nutzte die Pleite zur Abrechnung mit Ex-Trainer Dirk Bauermann.
"Wir sind enttäuscht, keine Frage, wenn man das erste Heimspiel verliert", sagte Hoeneß und kritisierte danach den vor sechs Tagen entlassenen Bauermann. "Das ist nicht eine Spontanentscheidung gewesen, sondern hat sich über drei, vier, fünf Monate aufgestaut", betonte Hoeneß. "Wir waren immer der Meinung, dass bei uns zu wenig gearbeitet wird, dass bei uns die Kondition der Spieler zu wünschen übrig lässt. Wenn die Spieler noch so viel Kraft haben, um abends weg zu gehen, dann arbeiten sie tagsüber zu wenig."
Hoeneß sprach Klartext
Hoeneß legte nach: "Wir sind ein absoluter Profiverein und die Einheiten waren viel zu wenig, und viel zu wenig intensiv", bemängelte Hoeneß. "Beim letzten Gespräch war er sehr überrascht, aber dann leidet er doch an Realitätsverlust." Auch die Zusammenarbeit von Bauermann mit Sportdirektor Marko Pesic sei am Ende "eine Katastrophe gewesen".
Bauermanns Nachfolger ist zumindest vorübergehend der vorherige Co-Trainer Yannis Christopoulos, der allerdings die erste Niederlage einstecken musste. Das 61:80 (28:40) gegen die EWE Baskets Oldenburg war erst die zweite Heimniederlage in einem regulären Saisonspiel seit ihrem Aufstieg vor einem Jahr. Nach einem soliden Startviertel (20:19) brachen die Bayern im zweiten Viertel komplett ein. Auch in der Pause erholten sie sich nicht, es dauerte lange, bis sie einigermaßen gegenhalten konnten, doch da war es schon zu spät.
Oldenburg stark bei Dreiern und Defensiv-Rebounds
Auf der anderen Seite muss man natürlich die Leistung der Oldenburger hervorheben, die von ihrem Trainer Sebastian Machowski gut eingestellt wurden. Sie trafen einfach besser als die Hausherren und waren in der Verteidigung stärker als die Bayern . Die Statistik bei den Defensiv-Rebounds, bei denen die Oldenburgern fast um die Hälfte mehr eroberten als die Münchner, spricht dabei Bände.
Für die Bayern erreichte nur Chevon Troutman mit 14 Punkten eine zweistellige Ausbeute. Bei die selbstbewussten Oldenburger überzeugte Rickey Paulding mit 15 Zählern und fünf Rebounds. "Das einzig Gute an diesem Spiel war, dass das letzte Viertel gut war", sagte Pesic und sprach Christopoulos das Vertrauen aus: "Yannis ist keine Übergangslösung, ich denke, dass er in Ruhe arbeiten muss."
Berlin und Bamberg siegten zum Auftakt
Für die anderen Meisterkandidaten gab es hingegen zum Start der 47. Saison keine unliebsamen Überraschungen. Double-Gewinner Brose Baskets aus Bamberg setzte sich ohne Probleme mit 85:68 (47:34) gegen die Eisbären Bremerhaven durch. Dabei zeigte Nationalcenter Maik Zirbes als Ersatz des nach Spanien gewechselten Tibor Pleiß mit 22 Punkten ein starkes Ligadebüt für die Franken.
Auch ALBA Berlin dominierte beim überraschend deutlichen 94:62 (44:32)-Erfolg gegen die Artland Dragons und sicherte sich die erste Tabellenführung. Vizemeister ratiopharm Ulm tat sich beim 92:91 (80:80, 32:35) bei den New Yorker Phantoms Braunschweig deutlich schwerer.
