(Seite 2 von 2)
Bei allem Jubel zum Schluss dürfen die schrecklichen Nachrichten vor allem zu Beginn der vierten Auflage in Südamerika nicht vergessen werden. Gleich zum Auftakt war Motorradpilot Jorge Martínez Boero aus Argentinien tödlich verunglückt. Es folgten weitere schlimme Unfälle, teilweise waren es Kollisionen mit Tieren, teilweise wurden die Fahrer Opfer der Strapazen.
Ein Vater stürzte dann auch noch mit seinem Sohn in einem Ultraleichtflugzeug ab, als sie den Dakar-Tross aus der Luft beobachten wollten. Beide kamen ums Leben. Insgesamt forderte die Dakar seit ihrer ersten Austragung 1979 rund 60 Todesopfer.
Fast eine Stunde Vorsprung
Gefahr und Unglück auf der einen Seite, Abenteuer und sportliche Meriten auf der anderen. So wie für Zitzewitz und seinen Partner de Villiers. Dreimal wurden sie Etappendritter, einmal -zweiter. Der nur wegen seines Einspruchs noch mitfahrende NASCAR-Star Robby Gordon aus den USA kam im bulligen Hummer trotz des Siegs auf der letzten Etappe im Klassement nicht mal in Reichweite. Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah aus Katar hatte mit dem zweiten Hummer nach einem technischen Defekt bereits auf der neunten Etappe aufgegeben.
Von Zitzewitz, dessen Motorsport-Karriere auf zwei Rädern begann, ließ sich im wahrsten Sinne nicht vom Weg abbringen. Der Karlshofer navigierte seinen Piloten sicher durch das peruanische Dakar-Neuland mit unberechenbaren Dünen. Am Ende betrug der Vorsprung auf Platz Platz vier fast eine Stunde.
Der unerwartete Traum
Gesamtsieger Peterhansel war - wie zu erwarten - für das Toyota-Gespann allerdings zu weit weg. Nach der vierten Etappe übernahm der Franzose die Führung und gab sie nicht mehr ab. Fünf Tageswertungen und damit deutlich mehr als ein Drittel entschied er für sich.
Von den 14 angesetzten Etappen wurden 13 gefahren. Wegen Regen und Schnee war die sechste Etappe abgesagt worden. Am Ende hatten alle im Ziel dennoch weit über 7000 Kilometer hinter sich gebracht - im Fall von Zitzewitz führten sie zur eigenen Überraschung aufs Podest: "Dritter Platz, das war unser unrealistischer Wunschtraum."





