Der ehemals Unantastbare tingelt heute für zweitklassige Fights um den Erdball. Wie so viele Ex-Champions hat Roy Jones Jr. den Ausstieg aus dem Boxgeschäft verpasst und verliert seine Reputation. Nun trat der 43-Jährige in Polen gegen einen No-Name an und siegte nach Punkten.
Er ist noch immer die Nummer 20 der unabhängigen Weltrangliste. Eine Platzierung, von der andere Profiboxer ein Leben lang träumen. Aber: Er war mal die Nummer eins. Und sein Abstieg ist gewaltiger, als der um 19 Plätze in dieser Liste. Roy Jones Jr., einst ein Phantom im Boxring - ein Unantastbarer, ein Unbesiegbarer.
Nicht zu fassen, wie ein Held aus der Fantasie eines Comic-Zeichners. Einer der besten Boxer der Geschichte. Und heute? Jones ist ein 43 Jahre alter Ex-Weltmeister in vier Gewichtsklassen, der, wie schon so viele Boxer vor ihm, einfach nicht aufhören kann. Der den Absprung verpasst hat und für den es längst zu spät ist. Also kämpft er weiter.
Nun stieg er in Polen in den Ring und besiegte den 14 Jahre jüngeren Polen Pawel Glazewski nach Punkten. Nach zehn Runden gewann Roy Jones Jr. durch ein 2:1-Punkturteil (96:93, 96:94, 94:95). Jones musste dabei in der sechsten Runde zu Boden.
Früher wie heute umstritten
Drei seiner jüngsten vier Kämpfe hatte der Amerikaner, einst Champion vom Mittel- bis zum Schwergewicht, verloren. Zweimal ging er schwer K.o. Er, der früher Rap-Platten auf den Markt brachte und so schnell redete wie seine Fäuste flogen, spricht mittlerweile etwas schleppend. Die Reaktionen des Halbschwergewichtlers haben nach 23 Jahren im Boxring stark nachgelassen.
Jones kann es aber auch niemandem Recht machen: wurde er früher dafür kritisiert, langweilige, weil viel zu einstige Kämpfe abzuliefern - Boxfans in den USA riefen schon zum "Roycott" der TV-Übertragungen auf -, hält man ihm nun vor, sich Ringschlachten zu liefern und Treffer um Treffer zu kassieren.





