Für das Rückspiel gegen St. Patrick's Athletic hat 96-Trainer Mirko Slomka personelle Wechsel angekündigt. Nach dem deutlichen Sieg im Hinspiel denkt er aber schon an die nächsten Aufgaben, die Fans beschäftigen sich mit Manchester United.
Während sich die anderen Bundesligisten noch in der Vorbereitung befinden, hat Hannover 96 das erste Pflichtspiel schon hinter sich. Bereits am 2. August mussten die Niedersachsen in der Europa League-Quali in Dublin antreten und gewannen mit 3:0 gegen St. Patrick's Athletic.
Jetzt steht das Rückspiel auf dem Programm. Für die Partie am Donnerstag hat Trainer Mirko Slomka einige Wechsel angekündigt. "Es gibt Gedanken an Wechsel", sagte er, "Wir sind inzwischen auf jeder Position doppelt besetzt."
Einspielen für die kommenden Aufgaben
Auf jeden Fall spielen wird Stürmer Mohammed Abdellaoue, der laut Slomka hervorragend trainiert habe und in "blendender Verfassung" sei. Für ihn dürfte Hinspiel-Torschütze Didier Ya Konan weichen. Aber egal wer bei den Roten beginnen wird: Gegen die Außenseiter aus Irland geht es wohl in erster Linie darum, sich für die kommende Bundesliga-Saison einzuspielen.
Ganz zufrieden zeigte sich Coach Slomka nach dem ersten Aufeinandertreffen jedoch nicht. "Der ein oder andere Spieler oder Mannschaftsteil hat gemerkt, dass noch nicht alles in Ordnung ist. Daran müssen wir arbeiten", sagte er.
Trotzdem denkt Slomka schon weiter, als man es von ihm gewohnt ist: "Wir müssen jetzt den Rhythmus finden. Diese Spiele helfen uns ungemein für den Saisonstart und die wichtigen Spiele in der Gruppenphase." Dabei müsste sein Team nach dem Weiterkommen gegen St. Patrick's Athletic erst noch eine weitere Runde überstehen, bevor es in der Gruppenphase der Europa Legaue zur Sache geht. Am 23. und 30. August findet die Playoff-Runde statt, gegen einen Gegner, der erst am Freitag ausgelost wird.
Manchster United überstrahlt die Iren
Bei seinen Wechselspielen muss Slomka auf einige Akteure verzichten. Neuzugang Felipe fehlt wegen eines Muskelfaserrisses genauso wie Mame Diouf, der sich im Aufbautraining befindet. Auch der Japaner Hiroki Sakai kann seinem neuen Verein nicht helfen, weil er noch bei den Olympischen Spielen in London im Einsatz ist.
Ein weiteres Problem ist das mäßige Zuschauerinteresse. Die Fans fiebern dem Testspielkracher gegen Manchester United am Samstag entgegen. Da erscheint die Pflichaufgabe gegen die schon geschlagenen Iren weniger attraktiv. Es werden lediglich 26.000 Zuschauer erwartet. Für das Spiel gegen den Premier-League-Club hat 96 schon jetzt deutlich mehr Tickets abgesetzt.
"Man United ist sicherlich ein Highlight, aber unser Fokus ist eindeutig auf Donnerstagabend gerichtet. Wir freuen uns riesig darauf, die Europa League ist schließlich etwas Besonderes für uns", versicherte Mittelfeldspieler Lars Stindl. "St. Patrick's soll der Auftakt für eine tolle Saison werden."
St. Patrick's will 96 frustrieren
Doch selbstverständlich wollen die Iren trotz der schier aussichtslosen Lage noch einmal alles geben. Bereits am Dienstag reisten sie an. Zumindest die Vorbereitung ist professionell. "Wir haben immer noch die Chance, Hannover zu frustrieren", warnte St. Patrick's bester Stürmer Christy Fagan in der "Neuen Presse".
Und wenn es wie zu Erwarten doch nichts wird, könnte bei den Inselkickern nach dem Spiel zumindest bei der Frustbewältigung etwas heimatliche Stimmung aufkommen. Die Bar der ausgewählten Herberge bei Hannover heißt: "The Dubliner".
