Mönchengladbach wird für sein Aus in der Champions League-Qualifikation mit einer attraktiv klingenden Europa League-Gruppe entschädigt. Marseille und Fenerbahce gehören zu den Gegnern der Fohlen. Stuttgart, Hannover und Leverkusen erhielten machbare Gruppen.
Bei der Auslosung in Monaco, wo am Vortag bereits die Champions League-Gruppen ermittelt worden waren und wo am Abend der UEFA Super Cup zwischen Chelsea und Atlético Madrid ausgespielt wird, war die Borussia nur im dritten Lostopf gewesen und hatte deshalb mit relativ schweren Gegnern rechnen müssen - und so kam es dann auch. Wobei anders als OM und Fener der zyprische Meister AEL Limassol nicht zu den großen Namen im europäischen Fußball gezählt wird.
Wie Lucien Favres Gladbacher waren auch Fenerbahce und AEL in der Champions League-Qualifikation gescheitert: Fener an Spartak Moskau und die Zyprer am RSC Anderlecht. Marseille hatte sich hingegen als französischer Ligapokalsieger für die Europa League qualifiziert und in der Playoff-Runde Sherfiff Tiraspol ausgeschaltet.
Bayer Leverkusen, das sich als Bundesligafünfter direkt für die Gruppenphase qualifiziert hatte, hat zwei weite und potenziell kalte Auswärtsreisen zu Metalist Kharkiv und nach Trondheim zu Rosenborg BK vor sich. Ob die Anhänger die dritte Fahrt mitmachen können, hängt wohl vom genauen Spielplan ab, denn Rapid Wien, das die Gruppe K komplettiert, muss nach Ausschreitungen beim Qualifikationsspiel in Saloniki ein Geisterspiel austragen.
VfB Stuttgart: Nicht angenehm, nicht attraktiv, nicht unlösbar
Eine klassische Europa League-Gruppe wurde dem als Gruppenkopf der Gruppe E ausgelosten VfB Stuttgart zugeteilt. Der FC Kopenhagen, Steaua Bukarest und Molde FK heißen die nicht übermäßig attraktiven, aber nicht zu unterschätzenden Kontrahenten. Dänemarks Vizemeister FCK scheiterte in der Champions League-Quali an Lille OSC erst in der Verlängerung, Norwegens Meister Molde wird von Ole Gunnar Solskjaer trainiert.
In der Champions League-Qualifikation musste Molde sich dem FC Basel geschlagen geben, schaltete dann aber in den Europa League-Playoffs den SC Heerenveen aus. Steaua wiederum hatte sich in der Qualifikation gegen Spartak Trnava und Ekranas Panevezys durchgesetzt.
Hannover 96 bekommt es in der Gruppe L mit dem FC Twente Enschede, Levante und Helsingborgs IF zu tun. Der schwedische Meister und Traditionsclub HIF aus Helsingborg am Öresund musste sich in der Champions League-Qualifikation Celtic beugen, hatte zuvor aber gegen Slask Breslau gespielt, das später auch in der Europa League an Hannover scheiterte.
Hannover 96: Der Fluch des Steve McClaren
Twente und Levante kommen wie Hannover beide aus der Europa League-Qualifikation, in der Twente, das von Steve McClaren trainiert wird, Bursaspor nach Verlängerung ausschaltete. McClaren wurde einst in Wolfsburg nach einer Niederlage gegen Hannover 96 entlassen, hat also keine guten Erinnerungen an die Roten. Levante, der kleine Lokalrivale von Valencia, ist zum allerersten Mal in seiner Geschichte im Europacup dabei und gewann in den Playoffs gegen Motherwell.
Als wohl schwerste Gruppe wurde Liverpool mit Udinese und Anzhi Makhachkala, das von Guus Hiddink trainiert wird, zusammengelost. Dem BSC Young Boys aus der Schweiz kommt hier nur eine Außenseiterrolle zu. Titelverteidiger Atlético Madrid bekommt es in der Gruppe B mit Hapoel Tel Aviv, Viktoria Pilsen und Académica Coimbra zu tun.
Lazio und Miroslav Klose treffen in der attraktiven Gruppe J auf Tottenham Hotspur, Panathinaikos und den NK Maribor. Triste Europa League-Kost erwartet Inter, das dreimal nach Osteuropa muss, zu Rubin Kazan, Partizan Belgrad und Neftchi Baku. Napoli spielt gegen PSV Eindhoven, Dnipro Dnipropetrovsk und AIK Solna. Olympique Lyonnais wurden Athletic Bilbao, Sparta Prag und Hapoel Kiryat Shmona zugelost.
