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Datum: 14. Oktober 2012, 17:50 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa/sportal.de
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Erst Grosjean nun Kobayashi: Hat die Formel 1 ein Problem mit Crash-Piloten?

Kamui Kobayashi, Nico Rosberg
Kamui Kobayashi beendete das Rennen von Nico Rosberg

Crash-Pilot Romain Grosjean war heilfroh, dass er den Großen Preis von Südkorea überstanden hatte, ohne einen Unfall zu provozieren. Dafür übernahm mit Kamui Kobayashi ein anderer Fahrer seine Rolle und räumte mit Jenson Button und Nico Rosberg gleich zwei Fahrer ab.

Am vergangenen Wochenende war der Japaner in Diensten von Sauber noch der gefeierte Held, als er bei seinem Heimrennen als Dritter erstmals auf das Podest fuhr. In Yeongam war er nun der Depp, der heftige Kritik einstecken musste.

Zwischen Button (McLaren) und Rosberg (Mercedes) ging Kobayashi beim Formel 1 GP von Südkorea nach dem Start aufs Ganze und kollidierte mit beiden Konkurrenten, die deshalb früh ihre Autos abstellen mussten. "So macht es keinen Spaß. Ich bin jetzt zum zweiten Mal abgeschossen worden", schimpfte Rosberg, dem in der Vorwoche ein übler Fehler Grosjeans zum Verhängnis geworden war. "Einige gehen einfach zu viel Risiko", urteilte Rosberg.

Jenson Button stocksauer auf Kobayashi

Jenson Button wurde im Hinblick auf Kamui Kobayashi richtig deutlich. "Angesichts der Tatsache, dass dies die Königsklasse des Motorsports ist, ist das schon ein ziemliches Armutszeugnis. Das Rennen ist doch so lang. Die Fahrer an der Spitze kämpfen um Siege, um wichtige Punkte. Manche Leute müssen das erst noch lernen. Ob ihnen das irgendwann gelingen wird, weiß ich ehrlich gesagt nicht", ätzte der 32-Jährige.

Kobayashi wurde für seine Aktion von den Rennkommissaren mit einer Durchfahrtsstrafe bedacht, Jenson Button hätte eine Disqualifikation lieber gesehen. Kamui Kobayashi wollte die Schuld für den Unfall zwar nicht alleine auf sich nehmen, dennoch entschuldigte er sich hinterher für seine Aktion. Er betonte aber auch, dass er sich nicht für Crash-Piloten hält. "Für mich war es das erste Mal. Ich kann das jetzt nicht erklären. Bei Grosjean ist das vielleicht anders", sagte Kobayashi laut motorsport-total.com.

Grosjean hat einen zweifelhaften Ruf

Der angesprochene Franzose Grosjean war froh, dass er ohne Zwischenfall ins Ziel gekommen war. Der Lotus-Pilot hat sich in seiner Zeit in der Formel 1 einen zweifelhaften Ruf erarbeitet. In 22 Rennen war er bereits in acht Zwischenfälle verwickelt. Nach dem von ihm provozierten Crash in Spa, den Fernando Alonso nur mit viel Glück unverletzt überstanden hatte, wurde er für den Großen Preis in Monza sogar gesperrt.

Diese Strafe hielt Grosjean jedoch nicht von weiteren unbedachten Aktionen ab. Letzte Woche in Suzuka fuhr er auf Mark Webber auf und beschädigte auch noch den Wagen von Nico Rosberg. Niki Lauda nannte Grosjean daraufhin einen "Wahnsinnigen".

Teamchef von Grosjean fühlt sich erlöst 

Entsprechend nervös war Romain Grosjean vor dem Start in Südkorea, denn natürlich wurde er mit Argusaugen beobachtet und viele warteten nur auf seinen nächsten Fehler. "Wir sind erlöst, denn auf Romains Schultern lastete gewaltiger Druck. Aber er ist hervorragend damit umgegangen und hat genau das getan, was wir von ihm erwartet haben, drückte sein Lotus-Teamchef Eric Boullier bei motorsport-total stellvertretend seine Erleichterung aus.

Auch Nico Rosber konnte beim Gedanken an Romain Grosjean schon wieder lachen. "Eines kann ich sagen: Grosjean ist heute richtig vorsichtig gefahren."