England hat sein WM-Qualifikationsspiel in Polen trotz eines Treffers von Wayne Rooney nicht gewinnen können. Am Ende hieß es in Warschau 1:1, da Kamil Glik für die Gastgeber noch den hochverdienten Ausgleich erzielen konnte.
Wayne Rooney trifft und England gewinnt nicht. Ein Spiel mit Seltenheitswert sahen die Zuschauer im Nationalstadion von Warschau doch erst das zweite Pflichtspiel Englands, in dem Rooney einen Treffer erzielen konnte, aber bei dem die Three Lions am Ende nicht als Sieger vom Platz gingen. Zuletzt war dies vor fünf Jahren bei einem Spiel in Russland (1:2) geschehen, 15 Mal hingegen hatte England den Platz als Sieger verlassen, wenn Rooney treffen konnte.
Manchester Uniteds Angreifer hatte sein Team in Führung gebracht (31. Minute), aber Kamil Glik erzielte ebenfalls per Kopfball (70.) den verdienten Ausgleich für die Polen um BVB-Stürmer-Star Robert Lewandowski.
Am Abend zuvor hatte die Partie wegen Unbespielbarkeit des durchweichten Rasens des Stadions nicht stattfinden können. Ein Schließen des Dachs war wegen der starken Regenfälle nicht mehr möglich. Diesmal war das Dach vorsorglich zu, obwohl es trocken blieb und die Sonne schien.
England bleibt Tabellenführer
England führt die Gruppe H weiter mit acht Punkten aus vier Partien an. Dann folgen - mit je erst drei absolvierten Spielen - Montenegro (7) und Polen (5). Mit einem Sieg im letzten Spiel des Jahres über San Marino könnte Montenegro aber bis zum nächsten Spieltag im März die Tabellenspitze erobern.
Einige humorvolle England-Fans trugen auch diesmal zur Sicherheit Taucherbrillen und Schnorchel. Der englische Fußballverband FA kündigte an, den noch einen Tag länger vor Ort gebliebenen Anhängern die Kosten für die Tickets zu erstatten. Zuvor hatte bereits der polnische Verband erklärt, dass alle Fans, die beim Nachholspiel am Mittwoch nicht mehr dabei sein konnten, ihr Geld zurückbekämen.
Polen will Schadensersatz
Polens Regierungschef Donald Tusk leitete unterdessen auch ein politisches Nachspiel ein. Es soll laut Tusk eine Kontrolle im Sportministerium und bei der Stadion-Betreibergesellschaft NCS wegen des nicht rechtzeitig geschlossenen Dachs geben. Der Fußballverband Polens (PZPN) will vom Ministerium und von NCS eine Entschädigung für materiellen und Imageschaden.
Mehrere Oppositionsparteien forderten die Entlassung von Sportministerin Joanna Mucha. Sie trage die politische Verantwortung für das Debakel, mit dem sich Polen auf der internationalen Fußballbühne blamiert habe, hieß es.
