In der WM-Wertung der Formel 1 liegt Sebastian Vettel vor dem Grand Prix in Südkorea nur noch vier Punkte hinter Fernando Alonso zurück. Die Aufholjagd der Red Bulls hat Wirkung gezeigt, während der Deutsche große Lockerheit versprüht, wirkt der Ferrari-Pilot angespannt.
Die Unterschiede hätten nach Verlassen des Presse-Podiums in Yeongam nicht größer sein können. Lachend und gut gelaunt bahnte sich Sebastian Vettel (190 Punkte) seinen Weg durch die wartenden Fotografen, während Fernando Alonso (194) selbiges mit eher verkniffener Miene und versteckt hinter einer Sonnenbrille tat. Der Ferrari-Pilot will derzeit am liebsten nur wenig hören.
Der Stachel, dass die einst mit 44 Punkten äußerst komfortabel anmutende Führung in der WM-Wertung immer kleiner wurde und nach seinem Ausfall von Suzuka nun so weit zusammengeschmolzen ist, nagt an ihm. "Wir haben alles in unserer Hand", hatte Alonso trotzig auf auf dem Podium geknurrt. "Wir haben vom ersten Wintertest an Gas gegeben und das werden wir nicht ändern." Doch die Entwicklung des Duells mit Vettel spricht vor dem Großen Preis von Südkorea aktuell eher für den Deutschen.
Vettel warnt vor Übermut
"Wir hatten zwei richtig gute Rennen zuletzt. Diesen Lauf müssen wir nun nutzen", erklärte dieser strahlend. Alonso und Ferrari können die Red Bulls derzeit überhaupt nicht irritieren. Nach dem Singapur-Rennen und der Japan-Qualifikation hatte die Scuderia auf Einsprüche gesetzt - beide Male jedoch vergeblich. Trotzdem müsse man fokussiert bleiben, warnte Vettel: "Die Dinge können sich so schnell ändern."
Voraussetzung dafür wäre aber ein dicker Fehler Vettels oder seines Teams. Darauf hofft Alonso genauso wie auf seine eigenen Fähigkeiten. "Ich werde nun in allen Rennen angreifen und versuchen so viele Punkte wie möglich zu holen. So wie immer, nur ohne zu übertreiben", versprach Alonso. Michael Schumacher glaubt im Rennen um den WM-Titel aber eher an seinen Landsmann. "Mit dem Auto kann Sebastian weiter Druck machen und das Ding nach Hause fahren", so der Rekordweltmeister.
Vettel und Red Bull wieder mit stärkstem Auto
Spätestens seit dem bärenstarken Start-Ziel-Sieg im aufgemotzten Red Bull in Japan gilt das Weltmeister-Team wieder als stärkstes im Feld. Schon in den vergangenen beiden Jahren stellte Red Bull in Südkorea das beste Auto. 2011 gewann Vettel, im Jahr davor schied er souverän in Führung liegend vorzeitig aus. "Die letzten Jahre waren immer gut hier für uns. Da ist es wichtig, diszipliniert zu sein", sagte der WM-Zweite.
Vettel hat aber nicht nur Fernando Alonso im Titelrennen auf dem Zettel, sondern räumt auch noch dem derzeit auf Platz vier der WM-Wertung liegenden Lewis Hamilton (152) Chancen ein. "Das muss deren Ziel sein. Ich denke, sie haben immer noch eine gute Chance", sagte Vettel trotz des deutlichen Rückstand Hamiltons. "Das ist wahr", verkündete denn auch der Brite. "Es sind noch 125 Punkte zu vergeben und ich werde alles geben." Und auch er grinste dabei, während Alonso eher verkniffen guckte.



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