60 Jahre lang musste die Schweiz auf eine WM-Medaille im Eishockey warten, nun hat die Durststrecke ein Ende gefunden. Die Eidgenossen setzten sich im Halbfinale gegen die USA durch und stehen damit im Finale - die letzte Hürde heißt Schweden.
Unglaublich! Auch im Halbfinale bleibt die Schweiz das einzig ungeschlagene Team der WM. Über die volle Spielzeit hatte das Team von Headcoach Sean Simpson die Amerikaner beim 3:0-Erfolg dank einer sensationellen spielerischen und kämpferischen Leistung im Griff.
Von Beginn an starteten die Eidgenossen stürmisch. Schon in der ersten Minute rettete bei einem Schuss von Julian Walker die Latte für die USA, die im Viertelfinale Topfavorit Russland ausgeschaltet haben. 7:1 Torschüsse nach den ersten fünf Minuten stehen stellvertretend für den furiosen Sturmlauf der Schweizer, am Ende des ersten Drittels waren es sogar stattliche 19 auf Seiten der Eidgenossen. Der einzige Vorwurf, den man ihnen machen konnte, war die mangelnde Chancenverwertung.
USA ohne Gegenmittel
Besser machten sie es nach einer halben Stunde, als Nino Niederreiter vom AHL-Team Bridgeport Sound Tigers das längst überfällige 1:0 erzielte. Aaron Palushaj (Colorado Avalanche) verlor kurz vor der eigenen Zone den Puck an Martin Plüss, der quer auf Niederreiter legte. An dessen Schuss war Goalie John Gibson zwar mit der Fanghand dran, die Scheibe schlug dennoch im US-Tor ein.
Auch im Schlussdrittel behielten die Außenseiter die Kontrolle über die Partie. Gegen die aggressiv forecheckenden Schweizer fanden die US-Boys offensiv kaum Mittel, um selbst auf die Anzeigetafel zu kommen. So sorgte Julian Walker knapp zehn Minuten vor Schluss für das längst überfällige 2:0, als er nach einem Pass von Simon Moser frei durch war und den Puck an Gibson vorbei ins rechte Eck zimmerte.
Per Empty-Netter machte dann Reto Suri 19 Sekunden vor Schluss alles klar. Damit steht die Schweiz zum zweiten Mal nach 1935 in einem WM-Finale. Damals verlor die Alpenrepublik gegen Kanada. Jetzt, 78 Jahre später, geht es gegen die Schweden, die Co-Gastgeber Finnland im ersten Halbfinale ebenfalls mit 3:0 bezwangen.
Autor: Martin Jahns
