Schweden hat das Halbfinale der Eishockey-WM 2013 erreicht: Im Gigantenduell gegen Kanadas Starensemble behielten die Tre Kronor nach Penaltyschießen mit 3:2 die Oberhand. Am Samstag kommt es gegen Finnland zum Showdown der WM-Gastgeber.
Kanada - Schweden 2:3 n.P. (0:0, 1:0, 1:2, 0:0)
Tore: 1:0 Stamkos (20:45 PP), 1:1 Danielsson (45:41 PP), 1:2 Danielsson (49:35 PP), 2:2 Giroux (50:50), 2:3 Pettersson (GWG)
Strafen: 4:4
Wenig Torszenen, viel Stückwerk - Schwedens und Kanadas Abwehrreihen verrichteten zu Beginn des Gigantenduells einen guten Job, beide Teams neutralisierten sich im Stockholmer Globen auf hohem Niveau, so dass die Anzeigetafel nach 20 Minuten leer blieb.
Trauriges Highlight des Anfangsdrittels: Ein bitterböser Frontal-Kniecheck von Schwedens Verteidiger Alexander Edler gegen seinen NHL-Kollegen Eric Staal. Der Hurricanes-Profi krümmte sich nach der Attacke am Boden und musste gestützt vom Eis geführt werden. Für Edler setzte es eine Spieldauerstrafe, ihm droht im Nachlauf zudem eine Sperre durch die Disziplinarkommission.
Im zweiten Durchgang stand dann wieder Eishockey im Mittelpunkt. Und Team Kanada gab dabei zunächst den Ton an. Steven Samkos hielt im Powerplay bei einem Blue-Line-Hammer von Stephane Robidas den Schläger rein und lenkte den Puck an Jhonas Enroth vorbei ins schwedische Tor - der siebte Turniertreffer des Lightning-Superstars.
Jubel hallte erst nach der zweiten Schlusssirene wieder durch den Globen: Die Kanadier hatten Enroth zum zweiten Mal überwunden, die Refs erkannten den Treffer zur Erleichterung der schwedischen Fans jedoch nach Videobeweis ab. Der Puck hatte die Linie ein paar Hundertstel zu spät überquert.
Im Schlussabschnitt wurden dann fleißig Geschenke ausgeteilt: Zunächst nutzte das schwedische Powerplay in Person von Nicklas Danielsson zwei völlig unnötige Strafen von Dan Hamhuis und Claude Giroux gnadenlos aus und drehte das Spiel mit zwei Weitschüssen auf 2:1. Nach einem krassem Abwehrfehler Schwedens machte Giroux seinen Lapsus dann postwendend wieder gut und netzte zum Ausgleich ein, der bis zum Ende der regulären Spielzeit Bestand hatte.
Auch in der Verlängerung jagten beide Teams vergeblich der Entscheidung hinterher, so dass der Shootout herhalten musste. Der überragende Enroth (41 Saves) ließ sich in vier Versuchen nur einmal überwinden, Frederik Petterssons Hammer aus fünf Metern ließ den Globen schließlich beben. Schweden trifft im Halbfinale am Samstag auf Co-Gastgeber Finnland.
Autor: Thomas Jahn
