Viele Jahre galt die Deutsche Eishockey Liga als äußerst ausgeglichen, nun formieren sich zwei unterschiedliche Lager. Eine Spitzengruppe, die größer denn je scheint, und eine Reihe von Teams mit offensichtlich geringeren Möglichkeiten. sportal.de blickt auf die 19. DEL-Saison.
Der Start in die neue Eishockey-Saison (Eishockey im Live-Ticker ab 19:30 Uhr) wird mit Spannung erwartet. Erstmals seit vielen Jahren ist die Liga wieder im Free-TV (ServusTV) zu sehen und erstmals seit vielen Jahren entwickeln sich die Vorzeichen der DEL-Clubs wieder deutlich auseinander:
Mit Berlin, Mannheim, Ingolstadt und Nürnberg gehen gleich vier Mannschaften mit massiven Titel-Ambitionen ins Rennen, dahinter formiert sich mit Hamburg, Köln und Wolfsburg eine starke Verfolgergruppe. Während Straubing und Augsburg ein wenig zwischen den Stühlen hängen, gibt es mit Krefeld, Hannover, München, Iserlohn und Düsseldorf fünf Mannschaften mit deutlich eingeschränkteren Möglichkeiten.
sportal.de wagt einen Ausblick auf die Eishockey-Saison in der DEL.
Augsburger Panther
Vorne hui, hinten pfui - was schon im vergangen Jahr für den AEV galt, wird wohl auch in dieser Eishockey-Spielzeit Bestand haben. Die Abwehr ist auf dem Papier wieder das große Sorgenkind, daran können auch die Mittelklasse-Transfers von Forrest (31) und Bakos (33) nichts ändern. Der Sturm ist zwar nach wie vor gut besetzt, die Abgänge von Top-Scorer Moore, Kapitän O'Connor und Paddock sind aber durch Thang (25), MacArthur (27) und Werner (28) nicht vollends aufgefangen worden. Torhüter Ehelechner (27) ist ein guter Ersatz für Weiman, wird dessen hervorragende Leistungen aber kaum in den Schatten stellen können.
Prognose: Die Playoff-Qualifikation ist für Augsburg das realistischste Ziel. Für mehr fehlt die Klasse, insbesondere in der Defensive.
Adler Mannheim
Nach der knappen Finalniederlage gegen die Eisbären blasen die Adler erneut zur Titeljagd. Doch einen ersten Dämpfer brachte die Vorbereitung, wo der MERC in seiner Gruppe der European Throphy auf dem letzten Platz landete. Die Mannschaft hat sich auf dem Papier kaum verändert und ist ähnlich stark wie im Vorjahr. Der NHL-erfahrene Verteidiger Janik (32) ersetzt den nach Schweden abgewanderten Lee, im Tor muss Nationaltorhüter Endras (27) in die Fußstapfen des erfolgreichen Brathwaite treten.
Prognose: Nach der holprigen Vorbereitung gibt es für Trainer Harold Kreis noch einiges zu tun. Sollten die Adler ihre Stärke aus dem Vorjahr wiederfinden, sind DEL-Meisterträume keine Utopie.
Düsseldorfer EG
Auch wenn die DEG das finanzielle Aus abwenden konnte, noch ist die DEG nicht über den Berg und sportlich sind die Aussichten wenig erfreulich. Fast das gesamte Team wurde neu zusammengestellt, die einzigen einigermaßen namhaften Neuzugänge sind Verteidiger Henry (32) und Stürmer Turnbull (26). Die Heimkehrer Mondt (34) und Boos (37) haben ihre besten Jahre bereits hinter sich. Ansonsten kaufte die DEG vornehmlich in Norwegen, der 2. Bundesliga oder den kanadischen Junioren-Ligen ein, womit nicht ansatzweise gleichwertiger Ersatz für Kaufmann, Reimer und Co. bereit steht. Immerhin präsentierte sich die Mannschaft schon in der Vorbereitung leidenschaftlich und kampfstark.
Prognose: Wenngleich jung, unerfahren und spielerisch limitiert, scheinen die Spieler der DEG alles für ihren Club geben zu wollen. Ob das am Ende für eine Platzierung jenseits der letzten Tabellenränge reichen wird, darf dennoch bezweifelt werden.
EHC Red Bull München
Schon im Vorjahr reichte es nicht für die DEL-Playoffs und in diesem Jahr ist die Mannschaft der Münchner kaum besser. Die Leader Julien und Schneider sind durch die jungen Kavanagh (21) und Aubin (26) vom neuen Bruder-Club aus Salzburg ersetzt worden. Im Sturm ist durch Abgänge wie von Dietrich und Wrigley Breite verloren gegangen. Zweitliga-Topscorer Dibelka (29) könnte überraschen, taugt aber kaum zur dringend benötigten Führungsfigur.





