Audi-Pilot Mike Rockenfeller (Neuwied) hat eine zweijährige Durststrecke beendet und seinen zweiten Sieg in der DTM gefeiert, derweil meldete sich Titelverteidiger Bruno Spengler (Kanada) im BMW im Kampf um die Meisterschaft zurück.
Der 29-jährige Rockenfeller setzte sich im zweiten Saisonlauf der Tourenwagenserie in Brands Hatch vor Spengler durch. Vizemeister Gary Paffett (Großbritannien) im Mercedes kam als Dritter ins Ziel, wurde aufgrund einer Geschwindigkeitsüberschreitung während einer Gelbphase jedoch auf den sechsten Platz zurückgestuft. Markenkollege Robert Wickens (Kanada) erbte den Podiumsplatz.
Der frühere Formel-1-Pilot Timo Glock (Wersau) musste in seinem BMW wie schon zum Auftakt in Hockenheim einige Rückschläge hinnehmen und sich mit dem 13. Platz begnügen. Routinier Mattias Ekström (Schweden) wurde als zweitbester Audi-Pilot Siebter, der zweimalige Champion Timo Scheider (Braubach/Audi) fuhr auf den neunten Platz. Der eigentliche Pole-Setter Martin Tomczyk hatte vom letzten Platz starten müssen, nachdem sein BMW M3 nach dem Qualifying das Mindestgewicht unterschritten hatte. Der Rosenheimer kam letztlich als 14. ins Ziel.
In der Gesamtwertung setzte sich Rockenfeller mit 29 Punkten an die Spitze vor Spengler (28) und Augusto Farfus (Brasilien/25). Der Auftaktsieger lag im BMW zwischenzeitlich erneut auf Podiumskurs, musste seinen Boliden aber in der zweiten Rennhälfte aufgrund von technischen Problemen abstellen.
Rockenfeller und Farfus mit gutem Start
Beim Start auf der mit 1,929 km kürzesten Strecke im DTM-Kalender kam das Spitzenduo Rockenfeller und Farfus sehr gut weg, und ließ die Verfolger zunächst klar hinter sich. Rockenfeller, der gleich im Anschluss an das Rennen in Brands Hatch beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring erneut für Audi ins Lenkrad griff, fuhr in der Folge ein hochkonzentriertes Rennen auf dem engen Kurs, auch nach dem ersten Boxenstopp behauptete er seine Führung. Spengler hatte sich gleich nach dem Start auf den dritten Platz vorgeschoben und profitierte bald vom vorzeitigen Aus für Farfus.
Der Brasilianer meldete Probleme und ließ seinen Boliden an der Start- und Zielgeraden ausrollen. "Er konnte plötzlich nicht mehr hochschalten, die Elektrik hat dann komplett gestreikt", sagte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt. Auch für Markenkollege Glock lief das Rennen höchst unglücklich. Nach sechs Runden geriet er im Duell mit Mercedes-Pilot Roberto Merhi (Spanien) von der Strecke, nach einem Drittel der Distanz verlor er zudem wichtige Zeit aufgrund eines Fehlers in der Box.
Die Aufholjagd von Vizemeister Paffett von Rang elf bis auf den dritten Platz glückte auch dank einer starken Boxenstopp-Strategie, nach der Zieldurchfahrt kam jedoch die Enttäuschung: Wegen der zu hohen Geschwindigkeit wurde gegen den Briten eine Fünf-Sekunden-Strafe verhängt, die ihn im Klassement drei Plätze kostete.
