Augusto Farfus hat das erste DTM-Rennen der Saison in Hockenheim gewonnen. Nach einem dramatischen Rennverlauf feierte BMW am Ende sogar einen Doppelsieg. Und das, obwohl Timo Glock aufgrund eines Mechanikerfehlers ausschied.
Nach einer Achterbahnfahrt über 42 Runden am Hockenheimring fielen sich die Helden des Tages im Parc fermé in die Arme. In einem intensiven ersten Saisonlauf der DTM hatten Augusto Farfus (Brasilien) und Dirk Werner (Hannover) Titelverteidiger BMW mit ihrem Doppelsieg zum Auftakt einen Triumph beschert - und damit auch das enttäuschende Aus von Timo Glock vergessen lassen. Der frühere Formel-1-Pilot verlor nach einem Fehler seiner Mechaniker ein Hinterrad und musste frühzeitig aufgeben. Dritter in einem Rennen, in dem sich die Innovationen aus der Formel 1 voll auszahlten, wurde Mercedes-Pilot Christian Vietoris (Gönnersdorf).
"Es war richtig schwierig, den Überblick zu behalten, man wusste manchmal im Rennen nicht genau, wo man steht", sagte Farfus. Dank der Einführungen der Optionsreifen und des Klappflügels war der erste von zehn Saisonläufen von ständigen Positionswechseln geprägt, Spannung herrschte so bis in die letzten Runden. Vor allem Werner sorgte für die Überraschung des Tages. Nach einem missratenen Samstag war der 31-Jährige vom 20. Platz ins Rennen gegangen. "Das war brillant, ich konnte mit dem Auto machen, was ich wollte", sagte Werner: "Dabei wollte ich heute morgen nach dem schlimmen Qualifying gar nicht aufstehen."
Glock wird zu früh aus der Box geschickt
Glock konnte trotz eines ordentlichen Starts nicht mehr in den Spitzenkampf eingreifen, nach 17 Runden schickten die Mechaniker den Wersauer zu früh aus der Box - das rechte Hinterrad verabschiedete sich wenige Meter später. Der 31-Jährige zeigte sich dennoch kaum enttäuscht. "Wir haben als neues Team im ersten Boxenstopp einen Fehler gemacht, das passiert", sagte Glock in der ARD: "Wir hatten eine gute Pace, es ist alles okay."
Vizemeister Gary Paffett (Großbritannien) fuhr im Mercedes auf den vierten Platz gleich vor Titelverteidiger Bruno Spengler (Kanada) im BMW. Pole-Setter Timo Scheider (Braubach) musste sich als bester Audi-Pilot mit Platz sechs zufrieden geben. Mit 25 Punkten führt Farfus die Fahrerwertung vor Werner (18) und Vietoris (15) an.
Für Kopfzerbrechen hatten die neuen Optionsreifen geführt, die einmal pro Rennen verwendet werden müssen - wann sie aufgezogen werden, bleibt den Teams überlassen. Letztlich entschieden sich zwölf der 22 Piloten dazu, mit diesen weicheren Pneus ins Rennen zu starten.
Den Vorteil der weichen Reifen zum Rennbeginn nutzten auch Scheider und Farfus in der ersten Startreihe, beide profitierten in den ersten Runden von den schnelleren Pneus und brachten einige Sekunden zwischen sich und die Konkurrenten. Wenig später demonstrierte Farfus den Nutzen des Klappflügels und zog an Vordermann Scheider vorbei, Scheider wurde im Zuge seines Boxenstopps während einer Safety-Car-Phase jedoch auf die hinteren Plätze durchgereicht.
Pole-Inhaber Scheider ärgert sich
"Das ging heute leider ziemlich daneben. Wir haben während der Safety-Car-Phase strategisch das Falsche gemacht und sind nicht rechtzeitig an die Box gekommen. Solche Fehler darf man nicht machen, wenn man in der DTM Meister werden will", sagte Scheider.
In der Folge sammelten zwei Mercedes-Debütanten ihre ersten Führungskilometer in der DTM. Pascal Wehrlein, mit 18 Jahren jüngster DTM-Starter aller Zeiten, und der Spanier Daniel Juncadella warteten bis weit über die Hälfte des Rennens auf ihre ersten Pflichtstopps und drehten ihre Runden an der Spitze des Feldes. Als beide in die Box kamen, übernahm Paffett zunächst die Führung, musste sich nach dem nächsten Reifenwechsel jedoch hinter Farfus und Werner einordnen. Im nun neu sortierten Feld fuhr der Brasilianer den Sieg letztlich souverän ins Ziel.
