Für die Schergen der UEFA ist klar, es muss mehr Drama her. Nun wird Bildmaterial aus alten Familien-Videos live eingeschnitten. Währenddessen hat eine seriöse deutsche Tageszeitung den Skandal der EM aufgedeckt. Es gab Uhren und Klamotten für Jogis EM-Versager.
Die Uefa will Drama um jeden Preis und täuscht den Fan erneut, während bei der Bild die Recherche-Maschine angeworfen und Erschreckendes aufgedeckt wurde. Und dann darf auch noch ein Prügel-Schiri das EM-Finale pfeifen. Ein Turnier der Skandale neigt sich seinem Ende entgegen - aber lesen Sie selbst.
Live is life, Na na na na na
Religion ist das Opium des Volkes, sagte Karl Marx einst. In der heutigen Zeit ist wohl eher Fußball Opium fürs Volk. Da stört es doch auch sicher niemanden, wenn uns die Droge in der unterhaltsamsten Form verabreicht wird - so denken zumindest die Schergen der UEFA. Nach dem Führungstreffer durch Mario Balotelli zeigte die TV-Regie eine weinende Frau. Besser hätte man die betrübte Stimmung der deutschen Fans nicht verbildlichen können. Da spielt es doch keine Rolle, dass dieses Bild schon vor dem Spiel entstand und nachher reingeschnitten wurde.
Wie die Süddeutsche Zeitung erfuhr, war die Frau bei der Präsentation der Mannschaften so gerührt gewesen, dass sie Tränen vergoss. Ob nun Rührung oder Enttäuschung, dachte sich die UEFA, die das TV-Signal für alle ausstrahlenden Sender erstellt, Hauptsache Drama! Dies war schon die zweite Inszenierung, die die Live-Berichterstattung ad absurdum führt. "Wir sind erstaunt und irritiert", sagte der ARD-Verantwortliche Jörg Schönenborn der SZ. "Diese Bilder sind für uns so nicht akzeptabel - zumal wir mit der UEFA über diese Problematik vor wenigen Tagen gesprochen hatten. Wir werden jetzt erneut das Gespräch suchen."





