Nur die kühnsten Zuschauer hatten auf eine Sensation gehofft, als Tunesien gegen Ende des ersten Viertels das Dream Team aus den USA einigermaßen im Griff hatte und mit 15:12 führte. Dann drehten die NBA-Stars ein wenig an der Schraube und zerlegten den Gegner.
Das US Dream Team hat auch sein zweites Vorrundenspiel bei den Olympischen Spielen in London leicht und locker gewonnen, zeigte dabei allerdings einige Startschwierigkeiten. Gegen gut beginnende Tunesier setzten sich die NBA-Profis mit 110:63 (46:33) durch. Bester Werfer beim Olympiasieger von 2008 waren Carmelo Anthony und Kevin Love mit jeweils 16 Punkten.
In der Heimat war man durchaus der Meinung, dass Tunesien sicherlich der schwächste Gegner im olympischen Feld sei und wenn es schon einmal ein verschlafenes erstes Viertel geben sollte, dann doch bitte gegen den Afrikameister. So sollte es dann kommen und auch Makram Ben Romdhane, der auf 22 Zähler kam, musste die Überlegenheit des Gegners anerkennen.
Doch zunächst lief bei den US Boys nicht viel zusammen. Nach zwei verwandelten Freiwürfen von El Mabrouk wagten die Tunesier einen Blick auf das Scoreboard und sahen, dass bei 2:39 Minuten auf der Uhr, die Amerikaner erst zwölf Punkte auf dem Zettel hatten bei 15 für den Gegner. "Wir haben aber keine Angst bekommen", erklärte Anthony auf abc.net.au. "Wir wussten, wir können sie schlagen."
Dream Team: Die Bank muss es richten
Nicht nur das Dream Team war sich sicher, auch die Buchmacher nehmen schon teilweise keine Wetten auf den Gewinn der Goldmedaille mehr an. USA-Coach Mike Krzyzewski hatte dennoch genug gesehen und tauschte die komplette Starting Five aus. Der Schachzug lieferte den nötigen Erfolg. Die NBA-Stars kamen zu einem 14:0-Run und zogen davon.
Kobe Bryant, LeBron James, Kevin Durant, Chris Paul und Tyson Chandler mussten sich auch im Anschluss weiter gedulden, denn Krzyzewski sah zu Beginn des zweiten Abschnitts keinen Grund, die zweite Reihe wieder auf die Bank zu setzen. Und so nahm das Match seinen Lauf, spätestens ab dem dritten Viertel waren die Tunesier überfordert.
Die Das US-Team lieferte danach eine gute Show für das Publikum und Deron Williams konnte es sich dabei leisten, auch ohne einen Schuh in der Defensive zu agieren. Erst ein Pfiff beendete den Ausflug auf Socken und die Rückkehr des Arbeitsgeräts an den richtigen Ort.
Makram Ben Romdhane macht auf sich aufmerksam
Ende des dritten Viertels war das Match spätestens so deutlich, wie man es zuvor erwartet hatte. Die US-Amerikaner führten mit 85:47 und brachten den Sieg gemächlich unter Dach und Fach. Eine Schrecksekunde hatte allerdings Kevin Love zu überstehen, der kurzzeitig wegen einer Verletzung auszufallen drohte.
Der Power Forward der Minnesota Timberwolves humpelte mit einer Knieverletzung zur Bank, konnte aber kurze Zeit scheinbar ohne Schmerzen weiterspielen und versenkte noch drei krachende Dunks. Durchaus zu beeindrucken wusste aber auch Makram Ben Romdhane. In den USA sprach man noch am Folgetag über seinen Coast to Coast-Dunk zu Beginn des Spiels.
Auch Europameister Spanien gewann seine zweite Partie. Die Iberer setzten sich gegen Australien mit 82:70 durch. Im Topspiel des zweiten Vorrundenspieltages bezwang Frankreich Medaillen-Kandidat Argentinien mit 71:64. Gastgeber Großbritannien verpasste den ersten Erfolg dagegen knapp. Gegen Brasilien verloren die Briten knapp mit 62:67.
