Neue Schläger sind bei Novak Djokovic so eine Sache: 2009 führte ein Markenwechsel zu großen Umstellungsproblemen, 2011 ein neues Modell allerdings zu einer Siegesserie über 43 Matches. Mit dem 2013er-Racket läuft es glänzend, wie der Spaziergang gegen Ryan Harrison zeigte.
Von Umstellungsproblemen war wie schon beim lockeren Dreisatzerfolg zum Auftakt der Australian Open gegen Paul-Henri Mathieu bei Djokovic erneut nichts zu spüren. Dem völlig chancenlosen und vor allem auf der Vorhandseite ziemlich überforderten Harrison bot er im Zweitrundenmatch keinerlei Angriffsfläche und konnte die Partie nach gerade einmal 91 Minuten 6:1, 6:2, 6:3 nach einer perfekt platzierten Vorhand die Linie entlang für sich entscheiden.
"Große Veränderungen bei den Abmessungen und der Gewichtsverteilung haben wir nicht vorgenommen", hatte Djokovic bereits vor einigen Tagen über sein neues Arbeitsgerät verraten. "Da bin ich natürlich besonders vorsichtig, schließlich ist der Schläger das wichtigste Arbeitsgerät für einen Tennisspieler." Riesig sind die Veränderungen vielleicht nicht, aber dem Vernehmen nach fein. "Mit weniger Kraftaufwand mehr Leistung erbringen", so die Absicht laut Schlägerfirma HEAD.
Ein paar Gramm leichter, so wird berichtet, sei der neue Schläger. Dadurch sinke der Luftwiderstand beim Schwung, was schnellere und druckvollere Schläge zur Folge hat, dem Spieler damit vor allem beim Aufschlag, aber auch beim Topspin zu Gute kommt und es ermöglicht, Bälle durch leichte Drehungen des Handgelenks noch schwerer ausrechenbar für den Gegner zu machen. Vor allem das lief bei Djokovics Sieg in der zweiten Runde der Australian Open gegen Harrison besonders gut.
Mehr Aggresivität durch neuen Schläger?
Das Service kam extrem sicher, 73 Prozent der ersten Aufschläge landeten im Feld und erreichten Geschwindigkeiten bis zu 205 km/h. Die Grundschläge setzte Djokovic präzise und vor allem druckvoll zu 37 Winnern, 13 seiner insgesamt allerdings leicht zu verschmerzenden 16 Unforced Errors unterliegen dem Serben nach Aufschlag seines Gegners, den er insgesamt aber auch sehr aggressiv zu attackieren versuchte.
Gerade in puncto Aggressivität, so glauben viele Experten, könnte Djokovics Spiel durch den neueren Schläger eine Steigerung bekommen. "Ich fühl mich mit meinem neuen Schläger sehr wohl. Er gibt mir die nötige Kontrolle und auch Geschwindigkeit, das entspricht alles meinen Vorstellungen und kommt meinem Spiel entgegen", kommentierte Djokovic.
