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Datum: 09. Dezember 2012, 11:33 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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Diskussion über Schiedsrichter-Fehler in Dortmund

Fußball,Stark
Michael Zorc geigt Schiedsrichter Stark die Meinung

Die Anhänger von Borussia Dortmund hätten Wolfgang Stark nach dem 2:3 gegen Wolfsburg wohl am liebsten zur Hölle geschickt. Der Referee kam immerhin bis Canossa. Er entschuldigte sich für den Patzer, der zur Niederlage beitrug - allerdings nicht deren einzige Ursache war.

"Der Strafstoß und die Rote Karte waren ein klarer Fehler von mir. Das tut mir natürlich leid", räumte Stark kleinlaut seinen Fehler ein, den laut des aufgebrachten Jürgen Klopp "jeder" gesehen hatte und der zum Platzverweis von Marcel Schmelzer wegen eines vermeintlichen Handspiels auf der Linie und dem Elfmetergegentor durch Diego geführt hatte, das wiederum das von Borussia Dortmund bis dahin dominierte Spiel kippen ließ.

Mit diesem Geständnis leistete er zumindest teilweise Wiedergutmachung, eine Sperre für Schmelzer wird es daher wohl nicht geben. "Schiedsrichter Wolfgang Stark hat einen Irrtum eingeräumt. Der Kontrollausschuss wird deshalb am Montag die Einstellung des Verfahrens gegen Marcel Schmelzer beantragen", ließ DFB-Sprecher Ralf Köttker aus der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes verlauten. Den Zorn von Klopp konnte aber auch dieses Eingeständnis nur wenig mildern. "Das ist brutal hart für uns. Bei 11 gegen 11 gibt es nur einen Sieger. Selten waren wir so überlegen."

Fehlentscheidungen auf beiden Seiten und vergebene BVB-Chancen

Natürlich hatte der BVB-Coach mit dieser Aussage recht. Der Fehler, das Elfmetergegentor und die Unterzahl der Dortmunder hatten den bis dato völlig unterlegenen VfL Wolfsburg zurück in die Partie gebracht. Die Diskussionen darüber kosteten die Dortmunder soviel Konzentration, dass sich unmittelbar im Anschluss auch noch das 1:2 durch Naldo kassierten. Doch was die echauffierten Dortmunder und auch viele Journalisten, sportal.de nimmt sich selbst da nicht aus, zunächst übersahen, war, dass auch sie von fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen profitiert hatten.

Beim Führungstreffer durch den Freistoß von Marco Reus hatte sich Robert Lewandowski, der unter dem Ball hindurchgetaucht war, in zumindest stark abseitsverdächtiger Position befunden. Der ebenfalls eher fragwürdige Dortmunder Elfmeter zum 2:2-Ausgleich resultierte wohl eher aus einer Konzessionsentscheidung von Stark, als aus einem wirklichen Foulspiel von Simon Kjaer an Lewandowski. Und zudem hatten es die Dortmunder bereits in den ersten 35 Minuten durchaus in der Hand gehabt, das Spiel ob der drückenden Überlegenheit und ihres riesigen Chancenplus gegen die umherirrende Wolfsburger Defensive, deutlich zu entscheiden.

Während sein Sportdirektor Michael Zorc trotzdem weiter gegen Stark lederte, räumte Klopp immerhin diese Ursache für die Pleite nach dem Spiel im Interview ein. "Wie Marcel mit dem Platzverweis umgegangen ist, müsste man ihn für den Friedensnobelpreis vorschlagen", forderte Klopp allerdings dann noch. Doch für eine solche Nominierung muss man deutlich gewichtigere Begründungen finden als weitgehend fehlenden Protest, wie es auch für eine Niederlage immer mehr Ursachen gibt als Schiri-Fehler.