Es gehört zum 31. Januar wie das Neujahrsspringen zum 1.: Harry Redknapp kommt im Auto aufs Trainingsgelände gefahren, Reporter stürzen sich auf ihn. Wen wird der Mann, für den das Transferfenster erfunden wurde, sich 2013 sichern? Wir geben einen Überblick.
Wenn Michel Platini mit seinem jüngsten Plan, das Transferfenster im Winter geschlossen und die kalte Luft draußen zu lassen, Erfolg haben sollte - und der Mann hat schon noch absurdere Pläne in die Tat umgesetzt - dann dürfte für Harry "Arry" Redknapp der größte Spaß seines Berufslebens der Vergangenheit angehören.
Denn niemand liebt es mehr als Redknapp, dutzendweise Spieler zu ver- und andere zu kaufen, wenn das Fenster mitten in der Saison öffnet. Als er im Herbst 2008 Manager von Tottenham Hotspur wurde, investierte er im folgenden Januar über 55 Millionen Euro, um den Kader nach seinen Vorstellungen umzubauen.
Diese Summe wird Redknapp, inzwischen bei den Queens Park Rangers beschäftigt, wo er im November Mark Hughes ablöste, im aktuellen Transferfenster nicht mehr ausgeben können. Aber solle niemand sagen, dass er es nicht versuchen würde: Nach der Verpflichtung des Stürmers Loic Rémy von Olympique Marseille vor wenigen Wochen, für die der aktuelle Tabellenletzte der Premier League rund zehn Millionen Euro ausgab, kam jetzt Verteidiger Christopher Samba von Anzhi Makhachkala.
Kostenpunkt: 15 Millionen Euro. Das mag überraschen, wenn man Samba noch aus seiner Zeit bei Hertha BSC erinnert. Doch der für den Kongo spielende Franzose hat sich zu einem internationalen Klasseverteidiger gemausert, was Redknapp so umschrieb: "Chris is just what we need. He's a monster. Great in the air, quick, a leader, strong, fantastic in both boxes, hard as nails. He's a proper centre-half."
Das Monster soll, wie man hört, in London etwa 112.000 Euro verdienen. In der Woche. Solche Deals zeigen, wie weit entfernt die Premier League zumindest in ökonomischer Hinsicht immer noch von der Bundesliga ist. Schwer vorstellbar, dass Fürth einen Spieler von Anzhi Makhachkala kauft. Andererseits hat Hoffenheim ja gerade ein paar Euro investiert, um die Klasse doch noch zu halten. Aber dazu gleich mehr, denn Harry Redknapp ist noch nicht fertig. Er will, wie er beim Verlassen des Trainingsgeländes durchs offene Autofenster in die Mikrofone verriet, auch noch versuchen, Peter Crouch zu verpflichten.
Es wäre nicht das erste Mal. Seit Redknapp 2001/02 Sportdirektor in Portsmouth war, wo Crouch damals spielte, trainierte er vier Premier League-Clubs als Manager. Zu allen holte er Crouch nach, sowohl in Southampton als auch bei seinem zweiten Engagement in Portsmouth sowie bei Tottenham Hotspur. Obwohl Harrys Beuteschema also bekannter ist als das von Obelix, gelingt es ihm immer wieder, die gewünschten Deals auch an Land zu ziehen. Neben Crouch hatte Redknapp es auch noch auf seine Ex-Spieler David Bentley und Jermaine Jenas abgesehen, zudem zeigte er sich sehr an West Bromwich Albions nigerianischem Stürmer Peter Odemwingie interessiert.





