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Von: Oliver Stein
Datum: 19. Juni 2013, 07:06 Uhr
Format: Artikel
Quelle: sportal.de
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Die Miami Heat schlagen die San Antonio Spurs in Spiel sechs der NBA Finals

LeBron James,Miami Heat,NBA
LeBron James nahm das Spiel im vierten Viertel allein in die Hand

Im bisher dramatischsten Spiel der NBA Finals haben die Miami Heat bei ihrem 103:100-Sieg nach Overtime den Kopf im letzten Moment noch aus der Schlinge gezogen und sich ein entscheidendes Spiel sieben erkämpft. Held des Abends war Lebron James - allerdings erst nach der Pause, wie sportal.de sah.

Was war vor diesem Spiel nicht alles geschrieben und geredet worden. Ob LeBron James' Karriere mit einer erneuten Finalniederlage einen tiefen Knacks bekommen würde. Ob die Spurs nicht doch zu alt wären und einfach nur viel Glück hatten. Oder ob sich Erik Spoelstra, Coach der Heat, mit seinen taktischen Schachzügen ausnahmsweise mal komplett verkalkuliert hatte. Die Antwort auf zwei der drei Fragen gab Miami spätestens im vierten Viertel sowie der Overtime - nachdem man die Spurs eigentlich schon auf die Siegerstraße geschickt hatte.

Die erste Halbzeit? Duncan-Time

Zu Beginn sah alles aus wie in Spiel fünf. Beide Teams verzichteten einmal mehr auf einen nominellen Center und traten mit denselben Starting Lineups an wie im Spiel davor - Miami also mit Mike Miller, San Antonio mit Manu Ginobili anstelle von Tiago Splitter. Doch zunächst mal richteten sich alle Augen auf Tim Duncan - der 37-jährige Forward der Spurs begann das Spiel nämlich mit acht Treffern in Folge, ohne sich auch nur einen einzigen Fehlwurf zu erlauben.

So ging es bis zur Pause Hin und Her, wobei Miami eigentlich durchgehend hinterherlaufen musste und versuchte, den Rückstand zumindest nicht zu groß werden zu lassen - zur Pause lagen die Spurs etwas überraschend mit 6 Punkten vorn, was vor allem an den 25 Punkten und 9 Rebounds von Duncan in den ersten 24 Minuten lag - der viermalige Champion hatte in seiner Karriere noch nie so viele Punkte in einem Finalspiel erzielt.

Die Heat hingegen hatten Sorgen noch und nöcher, vor allem die Topstars Wade und James kamen überhaupt nicht ins Spiel, was neben der schwachen Wurfauswahl auch an der griffigen Defensive von Danny Green und Kawhi Leonard lag. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Denn obwohl man mit 10 Punkten Rückstand ins Schlussviertel ging, sah es nie so aus, als würde Miami resignieren.

LeBron James, bester Baller der Welt - und Clutch!

Und warum auch, schließlich spielt bei den Heat mit LeBron James nunmal der unbestritten beste Basketballer der Welt. und der machte das Schlussviertel zu seinem eigenen. Hatte er zur Pause nur 9 Punkte auf dem Konto, legte er im vierten Viertel allein 14 Punkte und 2 Assists aufs Parkett - und blockte nebenbei noch zwei Angriffe der Spurs.

Und so konnte James sein Team in den letzten 30 Sekunden bis auf drei Punkte heran bringen - doch der wichtigste Wurf der Partie war dann Oldie Ray Allen vorbehalten. Der beste Dreierschütze der NBA-Geschichte erzielte aus einer bedrängten Situation heraus per Dreier den alles entscheidenden Ausgleich, nachdem James' Versuch vom Ring abgeprallt war und Chris Bosh sich den Rebound gesichert hatte - 2 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit. Spurs-Coach Gregg Popovich wird sich lange fragen lassen müssen, wieso er in diesen letzten Sekunden Tim Duncan auf die Bank beorderte - denn selbst gegen Miamis Smallball wäre Duncan noch wichtig gewesen.

So ging es dann aber in die Verlängerung. Und auch in der Overtime hatten die Spurs ihre Chancen, doch einige unmögliche Wurfversuche von Tony Parker, der die Last offenbar alleine schultern wollte, sorgten für den schlussendlich auch verdienten Sieg der Heat - sieht man von einigen eher unschönen Aktionen bei Foulspielen ab.

LeBron James mit Triple-Double - zum vierten Mal

Beste Akteure bei den Heat waren dabei natürlich James mit dem vierten Finals-Triple-Double seiner Karriere (32 Punkte, 10 Rebounds, 11 Assists) und Mario Chalmers mit seinen 20 Punkten. Besonders bitter dürfte dies Ende aber natürlich für Tim Duncan sein, der mit seinen 30 Punkten und 17 Rebounds eine Leistung für die Geschichtsbücher ablieferte - in Halbzeit zwei aber wie seine Teamkollegen zu oft schlechte Würfe nahm und so nach der starken ersten Halbzeit im zweiten Durchgang nur 5 Zähler erzielen konnte.

Vor allem aus der Distanz fehlte es den Spurs am heutigen Tag an Genauigkeit - hatte man in den Spielen zuvor die Dreierstatistiken noch alle haushoch gewonnen, trafen Danny Green und Gary Neal heute kaum mal von außen, Green beendete das Spiel mit nur 3 Punkten und einer Trefferquote von 14 Prozent. Die entscheidende siebte Begegnung findet am Donnerstag erneut in Florida statt.