Beim 1. FC Nürnberg, 1899 Hoffenheim und dem FC Augsburg stehen Kurz, Wiesinger und Reuter in der Pflicht, die Suppen auszulöffeln, die ihnen ihre Vorgänger eingebrockt haben. Die schmackhafteste Hinterlassenschaft dürfte noch Wiesinger erwischt haben.
Beim 1. FC Nürnberg, 1899 Hoffenheim und dem FC Augsburg stehen neue Verantwortliche in der Pflicht, die Suppen auszulöffeln, die ihnen ihre Vorgänger eingebrockt haben. Die wohl schmackhafteste Hinterlassenschaft dürfte dabei wohl Michael Wiesinger erwischt haben.
Große Sorgen hatte sich der 1. FC Nürnberg nach der Hinrunde eigentlich nicht machen müssen. Trotz der Abgänge von etablierten Leistungsträgern wie Philipp Wollscheid, Daniel Didavi, Jens Hegeler, Christian Eigler und Dominic Maroh hatte der Club einen guten Saisonstart hingelegt, auch ein zwischenzeitliches Tief von sechs Spielen mit nur einem Punktgewinn überstanden und sieben Punkte aus den letzten vier Partien vor der Winterpause geholt.
Neuzugang Hiroshi Kiyotake führte sich ordentlich ein, Sebastian Polter und Timo Gebhart spielten sich nach anfänglichen Problemen in den letzten Partien mehr und mehr in den Vordergrund. Nur der bedauernswerte Marcos Antonio hatte einen rabenschwarzen Einstand erwischt und blieb hinter den Erwartungen zurück. Eigentlich alles gut beim Club, denn auch wenn er spielerisch selten für Offenbarungen sorgte, waren 20 Punkte und Tabellenplatz 14 nach der Hinrunde eine ordentliche Ausbeute im Rahmen der allgemeinen Erwartungshaltung. "Jetzt stehen wir blitzsauber da, vor allem mit dem Blick nach unten", hatte sich Hanno Balitsch im Interview mit bundesliga.de noch gefreut.
Doch dann schockte Erfolgscoach Dieter Hecking Fans, Spieler und Verantwortliche mit seinem überraschenden Wechsel nach Wolfsburg. Die um Ruhe und Kontinuität bemühte Club-Führung ersetzte den Coach mit einer Lösung aus den eigenen Reihen. Der bisherige U23-Coach Michael Wiesinger soll Nürnberg im Verbund mit Armin Reutershahn in die Rückrunde führen. Viel will und muss der Neue nicht ändern. Auf Neuverpflichtungen für den auch in der Breite gut besetzten Kader wird vorerst verzichtet, man vertraut den vorhandenen Spielern. Schließlich stimmen Teamgeist und Hierarchie.
Wiesinger will die Offensive bei Nürnberg stärken
"Natürlich bauen wir auch auf die stabile Defensive. Da steht das Gerüst ja", kündigte Wiesinger laut bild.de zudem an, weiter auf das eingespielte und erfolgreiche Innenverteidigerduo Per Nilsson und Timm Klose, der von den Fans zum Clubberer der Hinrunde gewählt worden war, zu setzen. Nur 22 Gegentore musste der Club bisher zulassen Trotzdem sei die Tür für alle Spieler offen. So auch für Marcos Antonio, der seine Pläne den Club zu verlassen, vorerst einmal auf Eis gelegt hat.
Aber auch die in der Hinrunde hinter den Erwartungen zurückgebliebenen und zuletzt ins zweite Glied gerückten Almog Cohen, Robert Mak, Tomas Pekhart und Alexander Esswein dürfen sich Chancen ausrechnen. Zumal Wiesinger das Spiel nach vorne stärken will. "In der Offensive müssen wir variabler, flexibler werden", versprach er, die durchaus ausbaufähigen 17 selbst geschossenen Tore der Hinrunde noch zu steigern.
Klappt das, sollte der Club auch in der Rückrunde mit dem Abstieg nichts zu tun haben und die Zusammenarbeit mit Wiesinger, die zunächst nur bis zum Saisonende gilt, sicherlich ausgedehnt werden. Beim Club setzt man schließlich auf Kontinuität. Anders als zuletzt in Hoffenheim.
Hoffenheim: Zusammenhalt und Defensiv-Verbund stärken
Die Erwartungen - auch von sportal.de - waren hoch, Europa das eigentliche Ziel, doch nach der schwächsten Bundesliga-Hinrunde der Clubgeschichte schwebt die TSG Hoffenheim mittlerweile als 16. der Bundesliga-Tabelle und gerade einmal zwölf Punkten in akuter Abstiegsgefahr. Enorme Defizite an allen Ecken und Enden, ein Neuanfang muss her. Und Neu-Coach Marco Kurz soll und muss die nötige Aufbruchstimmung entfachen, um wenigstens die Klasse erhalten zu können, wozu Interimscoach Frank Kramer nach der Demission von Markus Babbel nicht in der Lage war.





