Mit dem positiven Gefühl eines 35:25-Sieges über Rumänien im Rücken fährt die deutsche Handball-Nationalmannschaft zur WM nach Spanien. Gegen den bestenfalls zweitklassigen Gegner konnte sich das Team Sicherheit für das Turnier holen, auch wenn nicht alles nach Plan lief.
"Heute war die Abwehr nicht ganz so aggressiv, aber am Samstag werden wir fitter und auch wieder aggressiver sein", kommentierte der von einem Magen-Darm-Infekt genesene Oliver Roggisch bei sport1. Auch Bundestrainer Martin Heuberger hatte die nachlässige Abwehrarbeit seiner favorisierten 6:0-Deckungsformation mehrfach mit rollenden Augen quittiert und nach Fehlwürfen immer wieder den Kopf geschüttelt.
Es war aber der einzige kleine Makel in der Partie, die Bundestrainer Martin Heuberger nutzte, um seinem gesamten 16er-Kader Einsatzzeiten. Beste Torschützen der deutschen Mannschaft waren Dominik Klein und Adrian Pfahl mit jeweils fünf Toren. Nach einer Auszeit und der Abwehrumstellung mit dem Kieler Linksaußen Klein als offensiver Spitze konnte sich das deutsche Team dann absetzen. Nach einem Zwischenspurt schraubte die Heuberger-Sieben das Ergebnis von 9:8 (18.) auf 14:8 (24.) - die Vorentscheidung.
"Das Ergebnis ist zweitrangig. Viel wichtiger ist es, dass die Vorgaben aus dem Training umgesetzt werden - das schafft Selbstvertrauen für die WM", hatte Weltmeister-Kreisläufer Christian Schwarzer unmittelbar vor der Partie gesagt. Der verletzte Linksaußen Uwe Gensheimer (Achillessehnenriss) richtete seinen Blick bereits auf den WM-Start am Samstag: "Ich hoffe auf einen guten Start ins Turnier. Mit einem Sieg kann sich die Mannschaft Selbstvertrauen holen - das ist wichtig für den weiteren Turnierverlauf."
Heinevetter wieder fit
Die Stimmung der 5400 Zuschauer in der Stuttgarter Porsche-Arena war bereits vor dem Anpfiff prächtig. Keeper Silvio Heinevetter, dessen Einsatz wegen eines Gerstenkorns am linken Auge zunächst fraglich war, meldete sich nach seiner Trainingspause wieder fit und stand von Beginn an im Kasten. Zudem kehrte Kapitän Roggisch nach überstandenem Magen-Darm-Virus zurück ins Team.
Am Donnerstagabend beziehen Roggisch und Co. ihr Quartier dann im Hotel "Ciutat de Granollers" in Granollers, unweit der Millionen-Metropole Barcelonas. Nach dem Auftaktspiel gegen Brasilien sind Afrikameister Tunesien (13. Januar), Argentinien (15. Januar), Montenegro (16. Januar) und Titelverteidiger und Olympiasieger Frankreich (18. Januar) die weiteren Vorrundengegner. Heuberger hat das Erreichen des Achtelfinales als Ziel ausgerufen. Dafür muss Deutschland einen der ersten vier Plätze in der Gruppe belegen.
