Wenn im Juni 2014 die WM in Brasilien angepfiffen wird, dann ist Miroslav Klose bereits 36 Jahre alt. Der Stürmer ist derzeit in Topform, aber hinter Klose und Mario Gomez fehlen Joachim Löw die Alternativen. "Ich sehe im Moment nur Klose und Gomez", sagte der Bundestrainer.
Bundestrainer Joachim Löw kann nur hoffen, dass Miroslav Klose auch mit 36 Jahren noch höchsten Ansprüchen genügt. Hinter dem 34-jährigen Angreifer von Lazio Rom und Mario Gomez herrscht ein riesiges Stürmerloch. "Das ist nicht von heute auf morgen zu lösen", sagte Löw diesem Problem.
"Ich sehe im Moment auf dem internationalen Topniveau nur Klose; Mario Gomez ist verletzt", schilderte der DFB-Chefcoach den Status quo in der Fußball-Nationalmannschaft vor dem Start der Qualifikation für die WM 2014.
Löws Antwort auf das Sturmproblem: Langfristig denken
"Natürlich machen wir uns darüber Gedanken", bemerkte der Bundestrainer mehrmals in den Tagen vor dem ersten Punktspiel der neuen Saison am Freitag in Hannover gegen die Färöer. Kurzfristig wird dieser Engpass allerdings nicht zu beheben sein. "Langfristig" die Ausbildung zu verbessern, das ist laut Löw die passende Antwort für das Sturmproblem.
Klose, Gomez, Cacau und dann?
Doch noch kann Löw auf Miroslav Klose bauen, der seit 2001 für Deutschland 122 Länderspiele absolvierte und dabei 64 Tore erzielen konnte. Nur noch vier Tore fehlen dem gebürtigen Polen am deutschen Rekord von Gerd Müller. Der heutige Klose ist für Löw die Idealvorstellung eines modernen Stürmers: "Er ist ein komplett ausgebildeter Spieler, der es über Jahre hinweg hervorragend gemacht hat: Technische Möglichkeiten, Kombinationsspiel, Kopfballstärke, Torabschluss, flaches Passspiel."
Klose erzielte in zwei Spielen der laufenden Saison bereits zwei Treffer. Aktuell sieht Löw als Alternative nur den Stuttgarter Cacau, der ist allerdings derzeit Ersatzspieler. Die U 21-Angreifer Peniel Mlapa (Mönchengladbach) und Kevin Volland (Hoffenheim) stehen ebenso auf der Liste. Aber wo sind die Stürmer der goldenen Generation von 2009?
Kein Nachwuchs aus der goldenen Generation
Große Teile von Jogis Teams entstammen der Europameisterschaftsmannschaft der U 21 von 2009. Manuel Neuer, Sami Khedira, Mesut Özil, Jerome Boateng, Mats Hummels, Marcel Schmelzer und Benedikt Höwedes haben den Sprung in die A-Nationalmannschaft geschafft, die Stürmer von damals, sucht man vergeblich. Sandro Wagner spielt in der zweiten Liga bei Hertha BSC, Ashkan Dejagah (VfL Wolfsburg) hat sich mittlerweile für den iranischen Verband entschieden.
Auch das Europameisterschaftsteam der U 17 von 2009 brachte keine Stürmer von internationalem Format heraus. Lennart Thy spielt bei St. Pauli in der zweiten Liga, genau wie Kevin Scheidhauer (VfL Bochum). Wie die Entwicklung von Pierre-Michel Lasogga, Sebastian Polter und Alexander Esswein verläuft, bleibt abzuwarten. Man sollte vielleicht mittelfristig auch Patrick Helmes und Stefan Kießling nicht vergessen. Noch sind die Zeiten von Carsten Jancker, Paulo Rink und Thomas Brdaric also nicht erreicht. Wohl dem, der einen Klose hat.
