Ist Argentinien nur ein "Scheinriese"? Vieles spricht dafür, dass die DTB-Auswahl im Erstrundenspiel in Buenos Aires kein Außenseiter ist. Sobald die Gauchos schrumpfen, muss ein Spieler jedoch über sich hinauswachsen.
Kennen Sie Herrn Turtur? Den Scheinriesen aus der Augsburger Puppenkiste, der mit Lukas dem Lokomotivführer und Jim Knopf spannende Abenteuer erlebt? Herr Turtur ist der größte deutsche Hoffnungsträger im Erstrundenduell des Davis Cups gegen Argentinien - nicht Philipp Kohlschreiber, auch nicht Florian Mayer und schon gar nicht Tommy Haas, der in Buenos Aires überhaupt nicht dabei ist.
Erst Kohlschreiber, dann Mayer
Philipp Kohlschreiber eröffnet das Erstrundenduell. Der Weltranglisten-19. trifft im Stadion Parque Roca auf Carlos Berlocq (ATP-Nr. 70). Kohlschreiber geht als Favorit ins Match, hat er immerhin drei der vier Begegnungen mit Berlocq gewonnen. "Ich denke, ich kann ihm mit meinem Spiel auf Sand wehtun", sagte der 29 Jahre alte Augsburger nach der Auslosung.
Nach Kohlschreiber spielt Florian Mayer (Bayreuth) gegen Juan Monaco (ATP-Nr. 12). Die argentinische Nummer eins war in der vergangenen Saison mit drei Turniersiegen zweitbester Sandplatzspieler der ATP-Tour hinter Rafael Nadal (Spanien). Der Weltranglisten-28. Mayer führt in der Bilanz allerdings 5:1 - viermal bezwang er Monaco sogar auf Sand. "Vielleicht liegt das an meinem variablen Spiel", vermutete der 29-jährige Mayer.
Argentinien ein Kontrahent auf Augenhöhe
Teamchef Carsten Arriens hofft, dass es Argentinien ab Freitag (15.00 Uhr im Live-Ticker) so ähnlich ergeht wie dem Herrn Turtur, der nur aus der Distanz betrachtet ein Riese ist.
"Ich mag das Bild", sagt Arriens vor seiner Premiere als Kapitän dem SID: "Argentinien ist ein Riese, aber je näher dieser Riese kommt, umso kleiner wird er." Bei genauer Betrachtung seien die Gastgeber sogar ein Kontrahent auf Augenhöhe, "es gibt kein Spiel, das von Beginn an entschieden ist".
Del Potro nicht dabei
Beim Blick auf die Aufstellung stellt sich sogar die Frage, wer in diesem Duell die größere Nummer ist. Die Namen Carlos Berlocq und Horacio Zeballos sind höchsten Tennis-Insidern bekannt. David Nalbandian hat zwar eine herausragende Bilanz im Davis Cup, allerdings seit Monaten kaum Spiele bstritten.





