Testspiele der deutschen Nationalmannschaft sind nicht immer Fußballfeinkost. Gegen Argentinien war das anders, man sah viele schöne Spielzüge von der DFB-Auswahl. Trotzdem verlor Joachim Löws Team mit 1:3 gegen den zweifachen Weltmeister.
Die ersatzgeschwächte deutsche Elf startete nur zur Hälfte mit Spielern, die bei der EM Stammspieler gewesen waren. Thomas Müller, Mesut Özil, Mats Hummels, Holger Badstuber, Jerome Boateng und Sami Khedira wurden von Ron-Robert Zieler, Marcel Schmelzer, Marco Reus, Lars Bender und Miroslav Klose auf den Rasen des Frankfurter Stadions begleitet.
Demgegenüber nahm sich die argentinische Aufstellung sogar noch renommierter aus, obwohl auch Profis wie Lionel Messi, Angel di Maria, Gonzalo Higuain und Javier Mascherano noch nicht wieder im Ligabetrieb stehen. Das Spiel stellte sich vom Anpiff weg recht offen dar, wodurch die 45.000 Zuschauer viele sehenswerte Angriffe bewundern durften. Sie erbrachten gerade auf deutscher Seite mangels letzter Konsequenz im Abschluss jedoch keine richtigen Torchancen.
Die gab es dann für Argentinien in drastischer Form, als Zieler in seinem zweiten Länderspiel den früheren Bayern-Spieler José Ernesto Sosa umriss und wegen Notbremse als erster deutscher Nationalkeeper in der Fußballgeschichte vom Platz flog. Da war eine halbe Stunde gespielt. Marc-André ter Stegen musste für Thomas Müller eingewechselt werden und hielt mit seiner ersten Aktion den fälligen, schwach getretenen Elfmeter von Lionel Messi.
Ter Stegen zunächst nur durch Eigentor zu überwinden
Kurz vor der Pause war der Gladbacher Schlussmann dann aber doch geschlagen, und das von seinem eigenen Spieler Sami Khedira. Nach einer Ecke von der rechten Seite lenkte der Madrider den Ball unhaltbar für Ter Stegen ins eigene Netz.
Nach Wiederanpfiff hatte die zunächst in unveränderter Unterzahl weiter spielende deutsche Mannschaft dann gleich zwei schnelle Chancen zum Ausgleich. Aber Reus traf nach Khediras Pass mit einem Heber nur den Pfosten, und Khedira selbst stand bei einem nicht gegebenen Tor als Passgeber knapp im Abseits.
So unglücklich das für Deutschland war, so schön spielte Argentinien unmittelbar danach das 0:2 heraus. Der zur Pause gekommene Sergio Agüero fand mit der Weiterleitung eines Di Maria-Passes Higuain, der - nach einer Kollision mit Mats Hummels inzwischen mit Turban spielend - legte zurück auf Messi, der aus dem Slot hinter der Abwehrkette vollstreckte. Hummels war inzwischen übrigens mit Verdacht auf eine Halswirbelverletzung ausgewechselt worden, obwohl er den Zusammenprall auf den ersten Blick besser überstanden hatte als Higuain.
Messis Chancenverwertung nicht tadellos
Bevor Di Maria mit einem Schuss aus 30 Metern in der 73. Minute auf 0:3 erhöhte, hatte Argentinien mehrere große Chancen gehabt, Lionel Messi aber einen Heber über Ter Stegen knapp neben und einen weiteren Schuss an den Pfosten gesetzt.
Am Ende kam Deutschland durch eine schöne Kombination der eingewechselten André Schürrle, Mario Götze und Benedikt Höwedes, der mit einem Flugkopfball abschloss, noch zum Ehrentreffer. Die Zuschauer waren angesichts des unterhaltsamen Fußballs zufrieden und nicht so enttäuscht, wie man es bei Heimspielen ohne Sieg schon gesehen (und gehört) hat.
Sportlich brachte das Spiel aber so wenige Erkenntnisse, wie Skeptiker es vorher schon geahnt hatten. Gut, dass es diesen Termin im August ab 2014 nicht mehr geben soll.



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