In einem mitreißenden Spiel gegen Australien haben die deutschen Hockey-Herren erneut das Olympia-Finale erreicht und greifen wie 2008 nach Gold. Gegen die beste Mannschaft der Welt war in einer Hitzeschlacht vor allem der kühle Kopf bei Strafecken entscheidend.
Lange Zeit sah es nicht gut aus für das Herren-Hockey-Team. In ihrem Halbfinale gegen den Weltranglisten-Ersten Australien gerieten sie zweimal in Rückstand. Die Mannschaft von Erfolgsstrainer Markus Weise demonstrierte jedoch ihre Willensstärke und siegte bei sommerlicher Hitze am Ende mit 4:2 (1:1).
Nach einem leidenschaftlichen und intensiven Spiel in der Riverbank Arena stehen die deutschen Herren zum siebten Mal im Finale des olympischen Hockey-Turniers und können den Gold-Erfolg von Peking wiederholen. Dabei stoppten sie die favorisierten Australier in beeindruckender Manier - das Team um den viermaligen Welthockeyspieler Jamie Dwyer.
Schnelle Antwort auf den Rückstand
In der Neuauflage der vergangenen drei WM-Endspiele präsentierte sich die deutsche Mannschaft ganz anders als in den beiden bedeutungslosen Vorrundenspielen zuvor. Sie agierte von Beginn an konzentriert und verhinderte über weite Strecken das gefürchtete australische Hochgeschwindigkeitsspiel.
Nach einer deutschen Strafecke führte ein Konter der Australier zum 0:1 aus deutscher Sicht (22.). Glenn Turners Versuch konnte Torhüter Max Weinhold noch parieren, gegen Kieran Govers Nachschuss war er aber machtlos. Noch vor Ablauf der ersten 35 Minuten konnte Moritz Fürste die zweite deutsche Strafecke verwandeln und so ging es mit einem 1:1 in die Pause.
Der zweite Treffer der Australier fiel aus einem Gestocher vor dem deutschen Tor. Die Verteidiger konnten die Kugel nicht aus dem Schusskreis befördern und Turner staubte schließlich ab (42.). Der erneute Ausgleich wurde den Deutschen in der 48. Minute zurecht aberkannt, denn Oskar Deecke agierte bei seinem schönen Lupfer über Schulterhöhe. Aber bereits wenig später war es soweit: Rekordnationalspieler Matthias Witthaus tauchte frei vor dem Tor von Nathan Burgers auf und markierte das 2:2.
Späte Entscheidung
Den Führungstreffer markierte Timo Weß (59.), wieder nach einer Strafecke, als die deutsche Mannschaft mit einer Variante über Cristoph Zeller Torwart und Abwehrspieler narrte. Als die Australier kurz vor Schluss kommen mussten, konterten die Deutschen überlegt. Florian Fuchs (63.) wurde wunderschön freigespielt und musste nur noch den Schläger reinhalten. Die restliche Spielzeit überstanden die Mannen von Markus Weise ohne Gegentor, und sie wussten ihre Leistung nach der Partie durchaus einzuordnen.
"Wir haben heute unser bestes Spiel im Turnier gemacht und klar dominiert. Es war eine traumhafte Leistung - wir stehen zurecht im Finale", sagte Timo Weß und sein Teamkollege Tobias Hauke ergänzte: "So eine Hitzeschlacht gegen die beste Mannschaft der Welt zu gewinnen, das ist fantastisch" Im Kampf um Gold trifft der Olympiasieger von 2008 am Samstag auf den Gewinner der zweiten Halbfinal-Partie zwischen den Niederlanden und Gastgeber Großbritannien.
