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Datum: 04. November 2012, 21:34 Uhr
Format: Artikel
Quelle: dpa
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Deutsche Handballer mit knappem Sieg in der EM-Qualifikation gegen Israel

Deutschland, Handball, DHB, Sven-Sören Christophersen
Sven-Sören Christophersen war bester Werfer der DHB-Auswahl

Die deutschen Handballer haben ihre Chance in der EM-Qualifikation mit einem Sieg gegen Israel gewahrt, die Leistung machte allerdings wenig Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft. Wie schon bei der Niederlage gegen Montenegro offenbarte die DHB-Auswahl viele Defizite.

Drei Tage nach der 27:31-Heimpleite gegen Montenegro hat Deutschland in der Qualifikation für die EM 2014 eine weitere Blamage verhindert. Dank einer Steigerung in der zweiten Halbzeit gewann die DHB-Auswahl in Rishon Le Zion gegen Israel mühevoll mit 30:27 (13:14).

DHB-Auswahl ohne Esprit 

Vor 1700 Zuschauern in der ausverkauften Municipal Hall Gan Nahum mangelte es dem Team um den siebenfachen Torschützen Sven-Sören Christophersen an Abstimmung, Konzentration, Mut und spielerischem Glanz. Bis zur WM im Januar in Spanien muss sich das Team in allen Belangen steigern.

"Ich bin recht froh, dass wir dieses Spiel gewonnen haben. Das war ein hartes Stück Arbeit. Wir haben wieder viele Chancen nicht nutzen können", urteilte Bundestrainer Martin Heuberger und fügte an: "Die Mannschaft hat trotzdem nach der Niederlage gegen Montenegro eine gute Leistung gezeigt. Im Abschluss fehlt manchmal auch das nötige Quäntchen Glück."

Dank des ersten Sieges im zweiten Spiel der Gruppe 2 hat das Heuberger-Team die EM-Qualifikation weiter in der eigenen Hand. Fortgesetzt werden die Spiele im März mit zwei Duellen gegen Tschechien. Die jeweils ersten beiden Mannschaften der insgesamt sieben Gruppen qualifizieren sich für die EM vom 12. bis 26. Januar 2014 in Dänemark.

Israel spielt mit viel Leidenschaft 

Statt fulminant zu beginnen, startete die deutsche Mannschaft vorsichtig: Behäbig im Spielaufbau und zurückhaltend in der Abwehr. So konnten die Israelis, die zuletzt gegen Tschechien mit 22:27 verloren hatten, das Geschehen an sich reißen. Mit Leidenschaft, die den deutschen Spielern schon bei der Pleite gegen Montenegro gefehlt hatte, setzte der Gastgeber den eigentlichen Favoriten ständig unter Druck.

Zwar drehte die DHB-Auswahl einen 1:3-Rückstand (4.) in eine 6:4-Führung (11.). Dies reichte dem Team von Heuberger jedoch nicht, um mehr Sicherheit und Struktur in die eigenen Aktionen zu bekommen. Die mut- und ideenlosen deutschen Spieler leisteten sich einmal mehr leichte Fehler und unkonzentrierte Torwürfe. Israel bot dagegen Handball mit Herz und nutzte seine Chancen zum 12:9 (23.).

Ein Zwischenspurt reicht der DHB-Auswahl 

Martin Heuberger nahm eine Auszeit. Besserung stellte sich auf spielerischer Ebene jedoch nicht ein. Stattdessen ereilte die deutsche Mannschaft ein personeller Rückschlag: Bei einem Zusammenprall mit Gegenspieler Daniel Friedmann erlitt Spielmacher Martin Strobel eine Platzwunde am Kinn und musste mit vier Stichen genäht werden. Erst in der Schlussphase kehrte er wieder zurück. Ohne den Lemgoer verkürzte der Gast bis zur Pause auf 13:14.

Nach Wiederanpfiff versuchte es die DHB-Auswahl mit mehr Tempo, hatte damit aber zunächst keinen Erfolg. Es reichte lediglich zu Führungen mit einem Tor, denn die Schwäche in der Abwehr brachte die Israelis immer wieder heran. Nach dem 18:18 (38.) leistete sich der Gastgeber aber Konzentrationsschwächen und der Weltmeister von 2007 setzte sich auf 22:18 (43.) ab. Davon zehrte er bis zum Ende.