Vitalis letzter großer Kampf sei gegen Lennox Lewis gewesen - "und den hat er verloren", stichelte David Haye nach dem Sieg von WBC-Weltmeister Klitschko gegen Charr. Der verbale Brandstifter David Haye fordert Goliath Klitschko. Derweil legte Manuel Charr Protest ein.
Vitali Klitschko hat seit seinem Comeback 2008 Boxer wie Samuel Peter, Chris Arreola und Kevin Johnson besiegt. Am Samstag setzte er sich auch gegen den unbekannten Manuel Charr in Moskau durch. Der Kampf wurde allerdings aufgrund einer Cut-Verletzung Charrs in der vierten Runde abgebrochen. Da der Cut offensichtlich auf direkte Schlagwirkung zurückzuführen war, wurde der Kampf als TKO-Sieg für Klitschko gewertet.
Charrs Protest so schwach wie sein Punch
Ringarzt Dr. Holthusen führte an: "Die freie Sicht war durch das einlaufende Blut nicht mehr gewährleistet, außerdem war das Augenlid gefährdet." Nun hat der Boxstall des Wahlkölners offiziell Protest bei der WBC gegen das Urteil eingelegt. Das Argument der Charr-Vertreter: Der 27-jährige Herausforderer sei zur Begutachtung seines Cuts durch einen Ringarzt nicht in seine blaue, sondern in Klitschkos rote Ecke geschickt worden.
"Der Protest ist durch einen eindeutigen und unstrittigen Regelverstoß begründet. Im offiziellen Rules-Meeting am Tag vor dem Kampf wurde im Beisein beider Teams verabschiedet, dass der Ringrichter im Falle einer Verletzung den betreffenden Boxer in die nächstgelegene Ecke zu einem der beiden Ringärzte zu führen hat", sagte Pit Gleim, Geschäftsführer der Diamondboy Promotion.
BDB-Präsident Pütz rudert zurück
"Auf den TV-Aufzeichnungen ist deutlich zu sehen, dass Manuel im Moment der Unterbrechung viel näher an der eigenen Ecke war." Direkt nach dem Kampf hatte der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), Thomas Pütz, erklärt, dass dies keine Regelverletzung gewesen sei. Er relativierte seine Aussage aber anschließend.
"Ich habe den Supervisor und den Präsidenten der WBC darauf hingewiesen, dass es zwei Ringärzte gibt und dass bei einer Verletzung der Arzt der jeweiligen Ringecke zuständig ist. In diesem konkreten Fall hätte der Arzt aus der anderen Ecke Manuels Verletzung einschätzen müssen. Die Verantwortlichen der WBC haben darauf nicht reagiert", sagte Pütz laut sport.de.
Im Boxen bestimmt der Ringrichter
Die WBC muss nun auf den Protest reagieren, allerdings ist nicht zu erwarten, dass der Verband das Urteil revidiert. Grundsätzlich gilt beim Boxen, dass der Ringrichter entscheidet, was im Ring passiert. Nur der Ringrichter kann den Kampf unterbrechen oder sogar abbrechen, wie in diesem Fall auf Anraten eines Arztes.
Somit entscheidet auch der Ringrichter, welchen der beiden am Ring positionierten Ärzte er um Rat fragt. Rein formal sind beide Ärzte, die am Ring anwesend waren vom Verband (in diesem Fall vom BDB) eingesetzt. Hinter dem Protest steckt also wenig Zündstoff, die Reaktion der WBC muss nicht mit Spannung erwartet werden.





