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Datum: 13. März 2012, 11:49 Uhr
Format: Artikel
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Palermos Zamparini – der größte aller Trainer-Killer

(Seite 3 von 3)

Einer, der diese überhaupt nicht zu kennen scheint, ist Maurizio Zamparini. Der streitbare Präsident von US Palermo ist der Prototyp des "Mangiallenatori". Seit seinem Amtsantritt auf Sizilien 2002 hat er bereits satte 17 Trainer verschlissen. Zusammengenommen mit seiner Zeit als Boss bei Venezia (1987-2002) bringt er es auf sogar 45 Coaches in 25 Jahren. In dieser Saison sind es bereits zwei, nach zuletzt drei Niederlagen in Folge dürfte da aber noch was kommen.

Komplett lächerlich machte er sich aber in der letzten Saison. Nach einem 0:7-Fiasko Palermos gegen Udinese Calcio schmiss er wie auch schon in den Jahren zuvor mehrmals Delio Rossi raus und beschuldigte ihn lautstark über die Medien mit seiner falschen Taktik "sein Palermo zerstört" zu haben. Serse Cosmi übernahm, durfte vier Spiele die Bank hüten, ehe Zamparini Rossi zurückholte und plötzlich ganz zahm erklärte: "Ich habe meinen Glauben an Rossi wiedergefunden, er ist ein exzellenter Coach."

Für langfristige Planungen sind solche Präsidenten ein Graus, für die Unterhaltung gegnerischer oder neutraler Fans dagegen ein großer Gewinn. Zumal der aufbrausende Zamparini in Interviews nach Spielen immer für einen markigen Spruch gut ist. "Ich werde meinen Spielern die Eier abschneiden und sie zusammen mit Salat essen", wetterte er einmal nach einer schwachen Saison oder entschuldigte sich bei Adrian Mutu auf seine Art für eine rassistische Entgleisung. "Ich wollte Mutu doch nicht beleidigen, als ich ihn einen hinterlistigen, kleinen Zigeuner nannte." Nunja...

Nicht alle Römer spinnen offenbar

Aber zurück zum Thema und der Frage, ob tatsächlich alle Römer bzw. Italiener spinnen. Zumindest bei Lazio scheint das nicht der Fall zu sein. Denn dort wehrt sich Präsident Claudio Lotito mehrfach dagegen, auch in den Club der Mangiallenatori aufgenommen zu werden. Bereits zum zweiten Mal in dieser Saison erteilte er innerhalb weniger Monate einem Rücksichtsgesuch seines Coaches Edy Reja eine Absage.

Die ständige Kritik an seiner Arbeit von Fans und der lokalen Presse hatten den Argentinier kürzlich erneut derart entnervt, dass er alles hinschmeißen wollte. Dabei steht der Club doch gut da und hat trotz zuletzt einiger unnötiger Niederlagen immer noch beste Chancen auf einen Platz in der Champions League. Und mehr kann auch der kühnste Optimist von Lazio eigentlich auch nicht verlangen. Lotito hat das offenbar erkannt und setzt auf langfristige Arbeit.

Malte Asmus 

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